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Lexikos

On-line version ISSN 2224-0039
Print version ISSN 1684-4904

Lexikos vol.28  Stellenbosch  2018

http://dx.doi.org/10.5788/28-1-1476 

REVIEW ARTICLES

 

Das Rumäniendeutsche in der Neuauflage (2016) des Variantenwörterbuchs des Deutschen loan Läzärescu zum 65. Geburtstag gewidmet

 

Romanian German in the 2016 edition of the German Variant Dictionary. Dedicated to loan Läzärescu on his 65th Birthday

 

 

Doris Sava

Department für anglo-amerikanische und germanistische Studien, Lucian-Blaga-Universität Sibiu, Sibiu, Rumänien (doris.sava@ulbsibiu.ro)

 

 


ZUSAMMENFASSUNG

Noch vor Jahresende 2016 ist eine völlig neu bearbeitete, erweiterte und aktualisierte zweite Auflage des Variantenwörterbuchs des Deutschen (VWB) erschienen, das bisher lexikografisch nicht kodifizierte standardsprachliche Besonderheiten in Rumänien, Namibia und Mexiko erfasst. Im Hinblick auf das veränderte Normdenken zur standardsprachlichen Regio-nalität ist es erfreulich, dass sich das VWB vornimmt, das gesamte gegenwärtige Varietätenspek-trum am Rande und weit außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachgebiets lexikografisch zu dokumentieren. Mit der Fokussierung auf die schriftsprachliche Seite der Standardvarietäten, der sich die Bestandsaufnahme im VWB widmet, belegt das Wörterbuch Unterschiede und damit auch Eigenheiten der Viertel(s)zentren, um sie von der zweifelhaften Einschätzung als Non-Standard zu befreien. In der Erstauflage des VWB (2004) wurden nur die lexikalischen Varianten der deutschen Standardsprache in den Ländern und Regionen, wo Deutsch offizielle und/oder Amtssprache ist, kodifiziert. Aufgrund dieses lobenswerten Bestrebens gilt es zu fragen, inwiefern eine überzeu-gende lexikografische Bearbeitung der in der Erstauflage zu Unrecht vernachlässigten Viertel(s)zen-tren gewährleistet wurde. Im Beitrag soll dies exemplarisch am Beispiel des Rumäniendeutschen auf-gezeigt werden. Die Bewusstmachung typischer Erscheinungsformen außerhalb des deutschen Amtssprachengebietes im täglichen Gebrauch wird den Vergleich der Viertel(s)zentren miteinan-der fördern und auch dazu beitragen, dass auch dieses Deutsch intensiver wahrgenommen wird.

Schlüsselwörter: variantenwörterbuch, varietäten des deutschen, viertelzentren, lexikographische beschreibung, rumäniendeutsch, rumänismus


ABSTRACT

Towards the end of 2016, a fully revised, extended and updated second edition of the Variantenwörterbuch des Deutschen (German Variant Dictionary, GVD) was published, covering hitherto not lexicographically coded peculiarities of the German language in Romania, Namibia, and Mexico. In view of the changed normative thinking about standard language regionality, it is gratifying that the GVD undertakes to lexicographically document the entire variety spectrum beyond the boundaries of the closed German language area. Focussing on the written-language side of the standard varieties to which the inventory in the GVD is dedicated, the dictionary points out differences and thus peculiarities of the different varieties of the German language spoken in the quarter centres, in order to free them from their suspect assessment as non-standard. In the first edition of the GVD (2004), only the lexical variants of Standard German in countries and regions where German is the official and/or administrative language were coded. In view of this praiseworthy endeavor, it is important to question to what extent a convincing lexicographical treatment of the quarter centres, which had been unjustly neglected in the first edition, has been ensured. In the article, this will be exemplified on the basis of Romanian German. Raising awareness of typical manifestations in everyday use outside of the German official language area will promote the comparison of the quarter centres, and also contribute to the fact that this German is also perceived more intensively.

Keywords: german variant dictionary, varieties of german, quarter centres, lexicographical description, romanian german, romanianism


 

 

Nicht der Name des Werks soll dem Autor Achtung, sondern das Werk dem Autor Gerechtigkeit verschaffen. Denis Diderot

 

1. Vorbemerkungen

Ende 2004 ist nach einer Bearbeitungszeit von mehr als sechs Jahren das fast 1.000 Seiten und ca. 12.000 Lemmata umfassende Variantenwörterbuch des Deutschen (hinfort VWB) in seiner Erstauflage erschienen.1 Im VWB wurde Rumänien als Viertel(s)zentrum2 nicht erwähnt, hingegen Südtirol und Liechtenstein. Das Nachschlagewerk stellt Varianten der Standardsprache in den sogenannten Vollzentren" (Deutschland, Österreich und die deutschsprachige Schweiz), die sich dadurch auszeichnen, dass ihre standardsprachlichen Besonderheiten kodifiziert und damit autorisiert sind, denen der Halbzentren" (Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol) gegenüber, wo Deutsch offizielle und/oder Amtssprache ist.3

Das Vorkommen des Deutschen in verschiedenen Ländern mit teilweise divergierenden standardsprachlichen Normen wird in der Fachliteratur unter dem Terminus Plurizentrik/Plurizentrizität erfasst. In der Plurizentrizitätsforschung ist jedoch umstritten, inwieweit das Deutsche als plurinationale oder als pluriareale Sprache einzuordnen ist. Während der Begriff der Plurinationalität die standardsprachlichen Besonderheiten auf nationaler Ebene hervorhebt, bezieht sich der Begriff der Pluriarealität auf die areale Gliederung des Deutschen, die nicht mit nationalen Grenzen in Zusammenhang steht.4

Laut den Hinweisen zur Benutzung (S. XI-XVI) vermerkt das Nachschlagewerk Wörter und Wendungen des Standarddeutschen mit nationalen oder regionalen Besonderheiten.5 Für die Aufnahme eines Stichwortes waren Unterschiede im Vorkommen, d.h. in der Verbreitung, Bedeutung, Gebrauchsweise und Verwendungshäufigkeit in den gesichteten Quellen, in der Forschungs-literatur und anderen Wörterbüchern ausschlaggebend. Das VWB erfasst damit erstmals die Varitäten der deutschen Standardsprache, wobei Dialekt und Umgangssprache nur dann berücksichtigt wurden, wenn die entsprechenden Wörter und Ausdrücke häufig in den ausgewerteten standardsprachlichen Quellen vorkamen. Diese wurden mit dem Vermerk Grenzfälle des Standards" aufgenommen. Fachsprachliches oder aus dem aktuellen Sprachgebrauch ausgeschiedenes Wortmaterial, Wörter und Wendungen aus der ehemaligen DDR, okkasionelle und sprecherindividuelle Bildungen blieben unberücksichtigt.6Der Wörterbuchartikel bietet Informationen zur Grammatik, Aussprache, Lautschrift, Bedeutung, Etymologie, Angaben zur nationalen und regionalen Zuordnung (Varianten), Querverweise auf die gemeindeutschen, im ganzen deutschen Sprachgebiet geltenden Entsprechungen, sodass der Variantenreichtum des Deutschen deutlich wird. Auf diese Weise werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bezüglich der Standardsprache übersichtlich und benutzerfreundlich herausgehoben. Die Arealangaben bei den Lemmata sind nach Länderkürzeln7angeordnet. Ein Verweis- und Ergänzungsapparat (Dazu"-Teil), der zum Stichwort gehörende Ableitungen und Komposita und weitere Zusatzangaben (Frequenz, Alter, Stilschicht, zusätzliche Bezeichnungen oder Synonyme) vermerkt, rundet den Wörterbuchartikel ab.

Seit Ende 2016 liegt eine komplett neu bearbeitete, stark erweiterte und aktualisierte Neuauflage des VWB vor.8 Diese Neuauflage erfasst nicht nur den Sprachgebrauch in Ländern und Regionen mit Deutsch als Amtssprache, sondern auch wichtige, bisher lexikografisch nicht kodifizierte, voneinander abweichende standardsprachliche Besonderheiten des Deutschen in Rumänien, Namibia, Nordamerika und Mexiko.9 In diesen vom geschlossenen deutschen Sprachraum entfernten Gebieten haben sich eigenständige Varietäten des Deutschen herausgebildet, die in der Varietätenlinguistik als Viertel(s)zentren gelten.10

Von einem plurizentrischen Ansatz ausgehend, stellt das Nachschlagewerk standardsprachliche Varianten der Länder mit Deutsch als Amtssprache (Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol) anderen spezifischen Ausdrücken des Deutschen als Regionalsprache gegenüber. Die theoretisch-methodologischen Voraussetzungen gehen auf das Konzept des Deutschen als plurizentrische Sprache und auf die Erscheinungsformen der Standardvarietäten zurück. Daher galt es zu fragen, welcher Grundwortschatz dominant oder teilweise als staatsspezifisch zu werten ist und welcher über mehrere Staatsgebiete oder dessen Teile hinaus verbreitet ist.

Im Hinblick auf das veränderte Normdenken zur standardsprachlichen Regionalität ist es erfreulich, dass sich das VWB vornimmt, die Varietätenunterschiede des Deutschen und damit das Varietätenspektrum am Rande und weit außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachgebiets lexikografisch zu dokumentieren und die Besonderheiten der Viertel(s)zentren, die historisch unter verschiedenen Bedingungen aufgekommen sind, gleichberechtigt zu behandeln. Mit der Fokussierung auf die schriftsprachliche Seite der Standardvarietäten, der die Bestandsaufnahme im VWB gewidmet ist, belegt das VWB Unterschiede und damit auch Eigenheiten der Viertel(s)zentren, um sie von der zweifelhaften Einschätzung als Non-Standard zu befreien. Leider sind diese Varietäten auch in der Fachliteratur weniger berücksichtigt und ihre Besonderheiten nur vereinzelt beschrieben, jedoch bis dato nicht lexikografisch erfasst, erklärt und denjenigen der Voll- und Halbzentren gegenübergestellt worden.

Aufgrund des lobenswerten Bestrebens, das gesamte gegenwärtige Varietätenspektrum lexikografisch zu dokumentieren und der damit einhergehenden Informationsdichte des VWB in seiner Neubearbeitung gilt es zu fragen, ob es nicht ergiebiger wäre, statt einer Globaldarstellung einen Teilaspekt regionaler Vielfalt unter Berücksichtigung der Ausbildung von Normen und Formen des Sprachgebrauchs herauszugreifen und gesondert zu beleuchten. Generell soll daher geprüft werden, ob der Wörterbuchbenutzer, der mit punktuellen Anliegen zur intrasprachlichen Variation zum Wörterbuch greift, auch fündig wird. Die Aufgabe dieses Beitrags ist es daher zu prüfen, inwiefern eine überzeugende lexikografische Bearbeitung der in der Erstauflage (2004) zu Unrecht vernachlässigten Varietäten der Viertel(s)zentren gewährleistet wurde, speziell inwieweit die Kodifizierung einer interessanten Sprachlandschaft in einem historischen bedeutsamen deutschsprachigen Siedlungsgebiet gelungen ist. Im Folgenden soll dies exemplarisch am Beispiel eines ausgewählten Viertel(s)zen-trums und des hier gebräuchlichen Standards Rumäniendeutsch11verdeutlicht werden. Die rumänische Variante der deutschen Standardsprache, das rumänische Deutsch oder die rumäniendeutsche Varietät, ist bruchstückhaft und eher aus kontaktlinguistischer Sicht beschrieben worden. Auch wenn die rumäniendeutsche Bevölkerung in den letzten drei Jahrzehnten sehr stark zurückgegangen ist, müssen die standardsprachlichen Besonderheiten des Deutschen in Rumänien erforscht werden. Die Berücksichtigung der rumäniendeutschen Standardvarietät und der Besonderheiten des Deutschen in Sprachinsellage sind - über die variationslinguistische Relevanz und Herzensangelegenheit der Autorin dieses Beitrags hinaus - auch damit zu begründen, dass das Rumäniendeutsche ein ausgebautes Diasystem aufweist.12

Mit der Erfassung verschiedener Varianten der Standardsprache, die sich bei einer plurizentrischen Sprache entwickelt haben, ist dieses Standardwerk daher auch für die rumänische, amerikanische oder kanadische Sprachforschung relevant. Es deckt nicht nur spezielle Informationsbedürfnisse ab, sondern wird den Vergleich der Viertel(s)zentren miteinander sicherlich fördern und auch dazu beitragen, dass auch dieses Deutsch intensiver wahrgenommen wird.

Für die deutsche Standardvarietät in Rumänien war Ioan Läzärescu von der Universität Bukarest der verantwortliche Experte. Es ist Ioan Läzärescus Verdienst, die Bewusstseinsbildung vorangetrieben zu haben, sodass Rumänien zum Viertel(s)zentrum geklärt werden konnte und in einer breiteren Öffentlichkeit dem Rumäniendeutschen mehr Interesse entgegengebracht wird.

 

2. Variantenreichtum des Deutschen

2.1 Konzeptionelle Ausrichtung und Neuaufnahmen in der Neuauflage des VWB

Die Neuauflage 2016 geht auf eine trilaterale Forschungskooperation der Arbeitsstellen in Deutschland (Universität Duisburg-Essen), in Österreich (Universität Wien) und in der Schweiz (Universität Basel) zurück. Das Dreiländerprojekt zur Erweiterung und Verbesserung des VWB ist 2012 gestartet.13 Bei dem großformatigen Band handelt es sich jedoch nicht um einen ergänzten Nachdruck eines älteren Nachschlagewerks, sondern um ein völlig neues Wörterbuch. In der Erstauflage des VWB wurden eben nur die lexikalischen Varianten der deutschen Standardsprache in den nationalen Voll- und Halbzentren kodifiziert, wo Deutsch offizielle und/oder Amtssprache ist. Mit der Ausarbeitung eines neuen VWB, das regionale und nationale Besonderheiten der deutschen Sprache kodifiziert, können neue Einsichten in Differenzierungsprozesse der deutschen Standardsprache geboten werden. Das Wörterbuchteam verfolgt mit dieser Neuauflage vielseitige Ergebnisse, darunter ein besseres Verständnis zwischen verschiedenen deutschsprachigen Nationen; eine ausge-woge Berücksichtigung von Sprachbesonderheiten; die Erstellung einer Datenbasis für eine verlässlichere lexikografische Beschreibung der nationalen und regionalen Variation; die Lieferung einer empirischen Basis für wichtige theoretische Fragestellungen im Hinblick auf Variation und standardsprachorien-tierten Normen. Das Projektteam war nicht nur um eine neue Auflage des VWB bemüht, sondern auch an deren Bekanntmachung durch Publikationen, Vorträge und Lehrveranstaltungen.14

Für die Neuauflage wurde der gesamte Lemmabestand der Erstauflage (2004) wissenschaftlich und empirisch überprüft und um 2.500 Stichwörter und Wortvarianten als Zusatzangaben bereichert, wobei das Internet für die Ermittlung der Verbreitung und Häufigkeit der regionalen und nationalen Eigenheiten des Deutschen und von alternativen Wortvarianten wie auch für die Aktualisierung und das Zusammentragen neuer Belege ausgiebig genutzt wurde.15 Für die Erhebung schriftsprachlicher Varianten wurden unterschiedlich geartete, regional und inhaltlich vielfätige und elektronisch verfügbare Quellen ausgewertet. Als solide Grundlage für die Variantensuche fungierten hauptsächlich umfassende und aktuelle Korpora mit gedruckten standardsprachlichen Texten, welche die mehr oder weniger befriedende Beleglage und die Belegverdichtung für das 20.-21. Jh. bezeugen.

Die Bestandsaufnahme der jeweiligen Varietäten des Deutschen und die Prüfung der Stichwörter im Hinblick auf ihre Gebräuchlichkeit und Geltung im jeweiligen Gebiet ist der Zusammenarbeit mit achtzehn (Regional-)ExpertInnen, darunter auch erfahrene LexikografInnen, zu verdanken, wo die jeweiligen Varietäten des Deutschen gesprochen werden.

Ausschlaggebend für die Aufnahme alter und neuer Lemmakandidaten war ein in den jeweiligen drei Arbeitsgruppen intern angewandtes Kriterienraster, das die Eruierung nationaler oder regionaler Besonderheiten erlaubte: die korpusgestützte Gebrauchsfrequenz der als Lemma angesetzten Wörter in den qualitatv-quantitativ ausgewerteten umfangreichen elektronischen Zeitungskorpora und eine evidente stilistisch-varietätenlinguistische Markierung. Wenn die Abgrenzung nicht immer eindeutig vorgenommen werden konnte, wurde der Hinweis Grenzfall des Standards" angebracht. Hierzu gehören Wörter, die eigentlich dem Dialekt oder der Umgangssprache zuzuordnen wären, aber häufig in Standardtexten vorkommen. Die für die jeweiligen Viertel(s)zentren gültigen und typischen Ausdrücke wurden nur dann aufgenommen, wenn ihre Verbreitung in keinem anderen Zentrum belegt war. Die Ermittlung der neu hinzugekommenen Standardvarianten beruht auf der Auswertung von umfangreichen und aktuellen Sprachkorpora, die für die Erfassung der nationalen und arealen Lemma-Distribution geeignet sind.

Konkret schlagen sich die Neuerungen in einer verbesserten arealen korpusbasierten Lemmata-Verortung, in einer angemesseneren Bestandsaufnahme auch binnendeutscher Variation nieder wie auch in einer überarbeiteten Lauttabelle und einer sorgfältigeren Kennzeichnung der Grenzfälle des Standards und der Markierungspraxis.

Neben einer gründlichen Überarbeitung der Erstauflage bezweckt die Neuauflage des VWB eine theoretische Neufassung und Neudefinierung zentraler Begrifflichkeiten" wie z.B. Standardsprachlichkeit", Standardsprache(n)", Grenzfälle des Standards", gemeindeutsch" (S. XIII-XIV) auf empirischer Basis. Entgegen der hohen Dichte des Begriffs national" in der Erstauflage begegnet in der Wörterbucheinleitung der Neuauflage ein reflektierterer Umgang mit fachlich-terminologischen Feindifferenzierungen, was sich auch im angemesseneren Pendant regional-areal äußert. Bei der Durchsicht des Nachschlagewerks nimmt es daher nicht Wunder, dass die Lexikografen und die beratenden Experten auf theoretisch-methodische Fragestellungen, die grundlegend für die Konzeption, Zielsetzung und Struktur des Wörterbuchs und die mit der variationslinguistischen Erhebung und Erforschung von Sprachphänomenen verbunden sind, großes Gewicht gelegt haben. Es gehört zur Gründlichkeit der Darstellung bei der konzeptionellen Herleitung und empirischen Fundierung auf die Legitimation der Viertelzentren des Deutschen anregend und fachkundig, dem aktuellen Forschungsstand entsprechend, eingegangen zu sein, sodass auch das interessierte Nichtfachpublikum hier einen guten Einstieg findet. Kapitel 4 informiert über Charakteristika der Voll-, Halb- und den echten" Viertel(s)zentren des Deutschen (S. XXXIX-LXIII) in Rumänien (S. LX), Namibia (S. LXI) und in den Mennonitensiedlungen in Mexiko (S. LXII). Hier haben sich spezifische und eigenständige Varianten des Deutschen, eben als Standardvarietäten anzuerkennende Formen herausgebildet, die eine für in diesem Areal lebende deutsche Minderheit normative Geltung aufweisen, demnach auch Modelltexte hervorgebracht haben und im öffentlichen Sprachgebrauch anerkannt sind, obwohl sie in Regelwerken nicht kodifiziert sind.16

Für diese Auflage wurde kein neues lexikografisches Erfassungskonzept entworfen; das gelungene Ausarbeitungsmuster der Erstauflage wurde beibehalten. Um auch den Aufbau des Wörterbuchartikels nachvollziehbar zu machen, hat das Wörterbuchteam die Anordnung der Angaben und deren Funktion innerhalb der zehn Artikelpositionen farbig gestaltet (s. den inneren Einbanddeckel). Die Neuauflage verzichtet jedoch auf die Namenartikel, unter denen in der 2004 erschienenen Erstauflage länder- und regionaltypische (traditionelle) Personennamen oder inoffizielle geografische Namen für Städte und Landschaften gebucht wurden. Dafür bietet das VWB in seiner Neuauflage eine erhöhte empirische Fundierung des gesamten kodifizierten Sprachmaterials, die durch quantitative und qualitative Analysen umfangreicher Quellenkorpora gewährleistet wurde. Das VWB verdeutlicht, wie Wörter und Wendungen mit national oder regional eingeschränkter Verbreitung oder Differenzen im Gebrauch mit ihren gemeindeutschen Entsprechungen lexikografisch adäquat dargestellt werden können. Diese Leistung verdient - auch angesichts der kurzen Bearbeitungszeit von vier Jahren - alle Hochachtung.

Das VWB schließt mit seiner korpusbasierten Darstellung des national-und regionalspezifischen Wortschatzes der deutschen Standardsprache nicht nur eine lexikografische Lücke, sondern bietet auch neue Einsichten in die Varietätenvielfalt des Deutschen und in die Beurteilung von Variation. Das VWB leistet damit einen wertvollen Beitrag für das bessere Verständnis des Deutschen als plurizentrische Sprache.

2.2 Bearbeitungspraxis der Standardsprache zuzurechnenden lexikalischen Regionalspezifika. Rumänismen als Fallbeispiel

Das VWB basiert auf der Auswertung eines umfangreichen Quellenkorpus aus allen Ländern, in denen Deutsch nationale/regionale Amtssprache oder anerkannte Minderheitensprache ist, sowie des Internets als Belegquelle. Es präsentiert empirische Evidenz anhand interessanter Beispiele, die Besonderheiten des arealen Auftretens des Lemmakörpers verdeutlichen. Indem das VWB lexikalische Eigenprägungen als der Standardsprache zuzurechnenden lexikalischen Regionalspezifika zu erfassen beabsichtigt, ergibt sich daraus die Aufgabe, dem Wörterbuchbenutzer Gemeinsamheiten und Unterschiede der Lemmazeichen mit den entsprechenden Einheiten der deutschen Standardsprache zu verdeut-lichen.17

Bei der Lemmaauswahl musste für die lexikografisch zusätzlich erfassten Viertel(s)zentren eine strenge und überlegte Auswahl getroffen werden, um einerseits hierfür repräsentative Lexeme aufzunehmen und auch die vorgegebenen Lemmata- bzw. Seitenanzahl bei einem gedruckten Nachschlagewerk, das Voll- Halb- und Viertel(s)zentren ausgewogen berücksichtigt, nicht zu überschreiten.

Die Neuauflage umfasst insgesamt 162 Lemmata der in den jeweiligen Viertel(s)zentren gültigen und typischen Ausdrücke, im VWB als RUM, NAM, MENN kodifiziert, die fast ausnahmslos Pressetexten entnommen wurden und die in keinem anderen Zentrum im Gebrauch sind. Das VWB umfasst folglich nicht den gesamten Wortschatz des Standarddeutschen.18 Es führt nur diejenigen Wörter und Wendungen mit staatlichen oder regionalen Besonderheiten vor, die nicht im gesamten deutschen Sprachgebiet verbreitet sind oder je nach Land oder Region unterschiedliche Bedeutungen aufweisen, verschiedenen Sprachstilen zugerechnet werden, von diversen Sprechergruppen unterschiedlich verwendet werden. Daher nimmt das VWB keine österreichischrumäniendeutsche lexikalische Gemeinsamkeiten auf. Diese werden bei Läzärescu und Scheuringer (2007) als Rumäno-Austriazismen ausführlich beschrieben und mit dem hochgestellten Kürzel (RO) markiert, das rechts vom Lemma in runden Klammern steht.19

Obwohl Deutsch in Rumänien keinen Amtssprachenstatus hat, sind Modelltexte und Normautoritäten vorhanden, in denen eine für Rumänien spezifische Standardvariante des Deutschen erkennbar ist, wodurch dieser Varietät der Anspruch auf Standardsprachlichkeit gegeben ist.20 In Rumänien ist (Hoch-)Deutsch die überregionale und relativ einheitliche Verkehrssprache, zugleich auch Schrift-, Kirchen- und Unterrichtssprache der regional getrennt lebenden deutschsprachigen Minderheiten (Siebenbürger Sachsen, Zipser, Banater und Sathmarer Schwaben, Landler, Bukowinadeutsche, Bessarabien-deutsche, Dobrudschadeutsche, Regatdeutsche).21 Die heutige deutsche Minderheit ist geografisch im Zentrum Rumäniens, in Siebenbürgen (rum. Transil-vania) um die Städte Hermannstadt (rum. Sibiu), Kronstadt (rum. Braçov) oder Klausenburg (rum. Cluj-Napoca), im westlichen Banat um Temeswar (rum. Timiçoara) und Reschitza (rum. Reçita), im Nordwesten um Sathmar (rum. Satu Mare) konzentriert.

Schriftsprache der deutschsprachigen Gemeinschaften in Rumänien war das regional gefärbte Hochdeutsche. Die jahrhundertelange Zugehörigkeit deutschsprachiger Gebiete Rumäniens zur Habsburgermonarchie ermöglichte den Erhalt der deutschen Sprache. Anders als in anderen Staaten Mittel- und Osteuropas hat es in Rumänien auch während des Kommunismus und der Ceuçescu-Diktatur ohne Unterbrechung ein deutschsprachiges Schulwesen gegeben.22 Die deutschen Schulen" haben in Rumänien Tradition und einen sehr guten Ruf.23 In den 1960er-Jahren begann die Abwanderung der deutschsprachigen Bevölkerung nach Deutschland.24 Der letzte große Exodus Anfang der 1990er-Jahre hatte eine Minderung der Lehrer- und Schüleranzahl an deutschsprachigen Schulen zur Folge. Nach der Abwanderung der meisten Rumäniendeutschen und des damit verbundenen starken demografischen Rückgangs an muttersprachlichen Schülerinnen und Schülern wurden ab 1990 die traditionellen deutschen Schulen mehrheitlich von Rumänischstämmigen besucht. Auch vor der Wende (1989) galt Deutsch als Prestigevarietät und die deutschsprachigen Schulen waren auch von der rumänischen Mehrheitsbevölkerung begehrt. In den 1990er-Jahren stieg die Nachfrage bei der Mehrheitsbevölkerung kontinuierlich. Trotz Schüler- und Lehrermangel konnte sich das deutschsprachige Schulsystem und der Unterricht in deutscher (Mutter-)Sprache z.B. in den Städten dadurch erhalten, dass die Mehrzahl der Schüler rumänische oder ungarische Muttersprachler waren und noch ausreichend viele Lehrkräfte vorhanden waren, die als Schüler des deutschsprachigen Schulwesens über adäquate Deutschkenntnisse verfügten. Gehörten Anfang der 1990er-Jahre die Schülerinnen und Schüler deutscher Klassen vorwiegend der deutschen Minderheit an, so sind nach dem starken Rückgang der deutschen Minderheit maximal fünf Prozent aller Schülerinnen und Schüler in deutschen Schulen" Angehörige der Minderheit. Rumänische oder ungarische Familien schrieben ihre Kinder in die deutschen Schulen ein, da der Erwerb solider Deutschkenntnisse ihnen bessere Berufschancen sicherten. Für diese ist Deutsch keineswegs die im Alltag gebrauchte Sprache, sondern Bildungssprache" und später Berufssprache".

Die Überalterung der deutschen Minderheit und das Fehlen einer ausgewogenen Verteilung sozialer Schichten aufgrund der Massenauswanderung gehören zu den größten Schwierigkeiten für den Erhalt des Deutschen als Muttersprache in Rumänien.25 Hinzu kommt, dass ein schwindend geringer Sprecheranteil Deutsch als Muttersprache pflegt und - im Gegensatz zu vielen Ungarn - Rumänisch den Status einer Muttersprache erlangt hat. Keine einzige Region Rumäniens ist heute mehrheitlich von deutschen Muttersprachlern besiedelt, selbst Ortschaften mit vorwiegend deutschsprachiger Bevölkerung gibt es nicht mehr.

Gegenwärtig leben über eine Million Rumäniendeutsche mit ihren Nachkommen in Deutschland. Nach der Rückwanderung der Rumäniendeutschen nach Deutschland (ab 1990) prophezeite man einen bevorstehenden Sprachverlust: Das Rumäniendeutsche würde in die binnendeutsche Standardsprache aufgehen, sodass das Deutsche der aus Rumänien Ausgewanderten als Sprachvarietät an die nächste Generation nicht mehr weitergeben werden könnte. Ein Sprachtod" sei nach Läzärescu (2017: 356), trotz Rückgang deutscher Muttersprachler in Rumänien, allerdings nicht zu befürchten. An dem Sozialprestige wie auch an dem hohem gesellschaftlichem Bedarf, das dem Deutschen zukommt, hat sich bis heute in Rumänien nichts geändert. Die deutsche Minderheit hat ein wichtiges kulturelles, sprachliches und geistiges Erbe hinterlassen, das zu erhalten zweifelsohne nicht einfach, jedoch allseits erwünscht und auch möglich ist. Die rumänische Variante der deutschen Standardsprache oder das rumänische Deutsch"

steht heute nicht mehr ausschließlich für die von L1-Sprechern gebrauchten Varietäten, sondern auch für das Deutsch zahlreicher Sprecherinnen und Sprecher mit rumänischer und ungarischer Erstsprache, die an Schulen mit deutscher Unterrichtssprache lernen und meist eine sehr hohe Kompetenz in der geschriebenen und gesprochenen Standardvarietät erreichen. Für einige dieser L2-Sprecher wird Deutsch zur Berufssprache, für andere bleibt es Schul- und Bildungssprache, für deren Verwendung nach Schulabschluss nur wenige oder keinerlei Kommunikationssituationen bestehen bleiben.26

Der Begriff Rumäniendeutsch bezeichnet folglich nicht nur den in Rumänien gepflegten Sprachgebrauch einer historischen deutschen Minderheit, sondern auch den Sprachgebrauch der Deutsch sprechenden Rumänen, die Deutsch vorwiegend als Bildungs- und Berufssprache gebrauchen. Deutsch ist in Rumänien nicht nur Minderheitensprache, sondern - und vor allem - auch Verkehrssprache zwischen Nichtmuttersprachlern. Und schließlich: Deutsch wird neben anderen Minderheitensprachen (z.B. Ungarisch) auch in den Medien und in der Literatur verwendet.27

Als eigenständige Varietät mit standardsprachlicher Geltung" (Läzärescu 2013a: 370) und überregionale Kommunikationsform einer deutschen Minderheit ist das Rumäniendeutsche durch sprachliche Gemeinsamkeiten mit der österreichischen Varietät des Deutschen, den verschiedenen regionalen Mundarten und dem Rumänischen gekennzeichnet. Die rumänische Variante der deutschen Standardsprache ist eine durch eigene Hochsprachlichkeit gekennzeichnete Varietät des Deutschen, die nicht als dialektal oder fehlerhaft einzuschätzen ist und die auch die Kriterien für die Standardsprachlichkeit erfüllt. Daher ist es sehr zu begrüßen, dass das VWB durch die Aufnahme Rumäniens als Viertel(s)zentrums dem recht diffusen Bild der rumäniendeutschen Sprachvarietät schärfere Konturen verleiht und Anerkennung verschafft. Varietäten im deutschen Sprachraum werden auch von den SprecherInnen oft gar nicht als solche wahrgenommen oder als Abweichungen aufgefasst, sodass das Deutsch Deutschlands als das eigentliche" Deutsch gilt. Oft begegnet nämlich die Ansicht, rumänisches Standarddeutsch - zumindest in seiner gesprochenen Form - sei nur eine Variante des österreichischen Deutsch". Es würde auf Kompetenzdefizite hinweisen und massive Interferenzphänomene aufweisen, folglich als minderwertige Variante des Deutschen einzuschätzen sein. Eine solche Vereinfachung ist nicht vertretbar. Das für das Lemmainventar ausgewertete drucksprachliche Korpus mit diatopischer Verteilung verbietet Pauschalzuordnungen.

Aus synchroner Sicht wird das Rumäniendeutsche als Regionalsprache und Standardvarietät von anderen Sprachen (Rumänisch und Ungarisch) und Varietäten des Deutschen beeinflusst. Das Rumäniendeutsche weist sprachliche Gemeinsamkeiten mit der österreichischen Varietät28, dem Schweizerhochdeutschen und kleineren Varietäten nationaler Halbzentren auf wie auch mit verschiedenen regionalen Mundarten. Hinzu kommen vielfältige lexikalischgrammatische Interferenzerscheinungen, bedingt durch den Kontakt zum Rumänischen als Sprache der Mehrheitsbevölkerung und anderen autochthonen Minderheitensprachen (z.B. das Ungarische).

Entgegen seinen dialektalen Grundlagen ist das Rumäniendeutsche dominant süddeutsch, genauer gesagt [...] deutlich österreichisch gefärbt" (Läzärescu 2013a: 375; Hervorhebung im Original). In dem von loan Läzärescu und Hermann Scheuringer 2007 herausgegebenen Wörterbuch zu den österreichisch-rumäniendeutschen lexikalischen Gemeinsamkeiten werden die Rumäno-Austriazismen erklärt und beschrieben. Das Wörterbuch erfasst aus-schließlich Austriazismen und ihre rumänischen Entsprechungen und belegt damit Ähnlichkeiten zwischen dem Rumäniendeutschen und der österreichischen Variante des Deutschen. Im Bereich der Lexik (Küche/Gastronomie, Verwaltung, Beruf, Haushalt, Handwerk), Wortbildung (z.B. Gebrauch der Fugenelemente) und Grammatik (z.B. Bildung des Perfekts mit sein" bei den Verben sitzen, stehen, liegen) ist der Einfluss der österreichischen Varietät offensichtlich. Vgl. hierzu die Bezeichnungen für Haus-/Einrichtungsgegen-stände (z.B. Gang, Rauchfang, Eiskasten, Mistkübel, Polster, Kleiderhänger), Lebensmittel (z.B. Semmelbrösel, Staubzucker, Zuckerwata, Topfen), Speisen (z.B. Eierspeise, Kipferl, Knödel), Gemüse (z.B. Kren, Karfiol, Fisolen, Paradeis), Obst (z.B. Ribisel, Weichsel). Für das Rumäniendeutsche kann nach dem Zweiten Weltkrieg der zunehmende Einfluss des deutschen Deutsch und die verstärkte Interferenz mit dem Rumänischen ausgemacht werden. Die offiziell existierende Sprachsituation wie auch der Umbruch, der mit dem Aufkommen neuer Medien ausgelöst wurde, ersetzten die Diglossie (Dialekt - Standardsprache) durch den Bilinguismus (Standarddeutsch - Rumänisch) und eröffneten auch einen intensiven Varietätenkontakt, sodass die ehemals stark österreichisch gefärbte rumäniendeutsche Verkehrssprache mit bundesdeutschem Wortgut und deutschrumänischen Mischbildungen bereichert wurde. Der an den deutschsprachigen Schulen gebotene Sprachunterricht ist bemüht, Transfer- und Interferenzerscheinungen gezielt zu mindern.29

Als Varietät des Deutschen zeigt das Rumäniendeutsche zudem auch eigene Varianten, d.h. Eigenbildungen - Rumänismen -, die in allen deutschsprachigen Regionen Rumäniens im Gebrauch sind. Darunter werden Besonderheiten der deutschen (Hoch-)Sprache in Rumänien erfasst, die jedoch nur teilweise mit den Einflüssen des Rumänischen als Amtssprache verbunden sind. Vgl. hierzu die Sachgebiete Haushalt, Kleidung, Kochkunst, Flora und Fauna, Geselligkeit, Sitten und Bräuche, Beruf, Handel, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Schulwesen u.a. Für Nichteingeweihte muten Wörter oder deren Gebrauchsweisen wie z.B. Wettbewerb (,Stellenbesetzung') und insbesondere landestypische Sachbezeichnungen - darunter auch besondere Benennungen für politische, administrative, kulturelle Einrichtungen (z.B. Erste-Grad-Prüfung, Generalschulinspektor, Inspektorat, Allgemeinschule, Generalschule, Katalog, Klassenkollege, Kulturhaus) - kurios an. Es handelt sich um typische Lexeme des Rumäniendeutschen als Ergebnis eines multikulturellen und mehrsprachigen Umfeldes, speziell um Einflüsse des Rumänischen als Amtssprache - z.B. rumänische Transferenzen wie buletin (dt. Ausweis) oder stare civilä (dt. Standesamt), Lehnübersetzungen und hybride Wortformen - wie auch um den Einfluss des Ungarischen als Umgebungssprache auf diese Varietät. Die Eigenbildungen umschreiben ein wichtiges Merkmal dieser Varietät, das sie von denen im geschlossenen deutschen Sprachraum unterscheidet: Es handelt sich um typische Lexeme des Rumäniendeutschen als Ergebnis zahlreicher Sprachkontakte. Kennzeichnend für Siebenbürgen ist, dass mehrere Sprach(varietät)en in direktem Kontakt stehen (z.B. Deutsch und Ungarisch als autochthone Minder-heitensprachen), sodass die Prämissen zu vielfältigen Sprachkontakten gegeben sind. Der Einfluss des Rumänischen zeigt sich u.a. in den zahlreichen integrierten Lehnwörtern und Lehnübersetzungen (z.B. didaktisches Material Lehrmittel' oder Experiment ,Versuch'), in den lateinbasierten Verben (z.B. insistieren, motivieren, inspirieren), im Gebrauch des Verbs machen anstatt semantisch differenzierender Verben (z.B. Französisch machen; das Militär machen), in den festgeprägte Wendungen (z.B. jmdn. am Telefon erwischen; jmdm. ein Telefon geben; eine Prüfung geben; eine Prüfung nehmen; eine Kontrollarbeit schreiben), die auf Interferenzen mit dem Rumänischen zurückgehen. Zu den standardsprachlichen Besonderheiten des Deutschen in Rumänien zählen landestypische Sachbezeichnungen wie z.B. der Parade-Rumänismus Märzchen. Hierfür schlug 1995 Ulrich Ammon den Begriff Transsylvanismen vor, der terminologisch jedoch nicht alle historischen Sprachgebiete deutschsprachiger Siedler abdeckt. Rumänismus als Terminus steht daher gleichberechtigt neben Teutonismus, Austriazismus und Helvetismus.

Das Rumäniendeutsche weist Besonderheiten auf allen sprachlichen Ebenen auf, in der gesprochenen Standardsprache wie in der geschriebenen. Über die vielfältigen lexikalisch-grammatischen Interferenzerscheinungen hinaus, die durch den verstärkten Kontakt zum Rumänischen als Sprache der Mehrheitsbevölkerung und anderen autochthonen Minderheitensprachen (z.B. das Ungarische) bedingt sind, kann für das Rumäniendeutsche der Einfluss des DDRDeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und ab 1990 der zunehmende Einfluss des deutschen Deutsch angenommen werden.

Die im VWB erstmals erfassten Varianten der Viertel(s)zentren - darunter 79 Rumänismen, 37 Namibismen und 46 Lemmata aus den mexikanischen Mennonitensiedlungen - belegen Eigenheiten des hier gesprochenen Deutsch, die inhaltlich verschiedene Bereiche (Verwaltung, Schulwesen, Wirtschaft, Kochkunst, Geselligkeit, Brauchtum) abdecken.30 Das Lemmainventar im VWB weist Eigenbildungen, teilweise nach deutschen Wortbildungsmustern auf, die in anderen Varietäten in dieser Form und/oder Bedeutung unüblich sind. Vgl. z.B.: RUM: Aufboden ,Dachboden', Muskelfieber ,Muskel-kater', Bierfabrik ,Brauerei'; vgl. auch Baumstrietzel, Lektionsplan, Kontrollarbeit, ultrazentral.31Manche Wortvarianten sind denen in anderen Varietäten formgleich und -nahe, haben jedoch in dem betreffenden Viertel(s)zentrum zumindest auch eine spezifische Bedeutung. Vgl. z.B. RUM: Programm Stundenplan; Öffnungszeiten eines Geschäfts', Akademiker ,Mitglied einer wissenschaftlichen Akademie', Analyse auch ,Blut- oder Urintest'; vgl. hierzu auch die Lemmata Katalog, Notenheft. Die Besonderheiten dieser Varietät zeigt sich einerseits auch in den Eindeutschungen von rumänischen Wörtern oder Wortteilen - vgl. hierzu u.a. RUM: Thermozentrale ,Wärmekraftwerk', Mikrobus ,Kleinbus, Minibus', Tokane ,Gulasch nach rumänischer Art', Vinete ,Salat aus gerösteten und zerhackten Auberginen', Amphitheater ,Hörsaal', Zuika ,[Pflaumen-]Schnaps'; vgl. auch Matrikelblatt, Turmblock, Winterkommando, Hydrozentrale oder Bo-kantsch -, jedoch insbesondere in den Realienbezeichnungen, die nur in dem betreffenden Viertel(s)zentrum gültig sind und oft keine Entsprechung in einem anderen Zentrum aufweisen. Die Sach-Rumänismen (Lehnbildungen, Lehnprägungen, Lehnschöpfungen oder Lehnübersetzungen) umschreiben landeskundlich relevante Sachbereiche (z.B. Brauchtum, Einrichtungen, Institutionen). Vgl. z.B. RUM: Märzchen ,Glücksbringer, der von Mädchen und Frauen an einer weiß-roten Schnur im Monat März getragen wird', Bakkalaureat ,das rumänische Abitur', Allgemeinschule ,erste Gymnasialstufe', Lyzeum ,zweite Gymnasialstufe', Definitivatsprüfung ,erste Lehramtsprüfung', Kulturheim ,Kul-turhaus [in einem Dorf]'. Das Lemmainventar verzeichnet auch Wörter und Wendungen, die durch den Kontakt zur Amtssprache Rumänisch entstanden sind oder aus dem Dialekt übernommen wurden. Aus dem Rumänischen unverändert übernommen wurde z.B. Mititei ,gegrillte Röllchen aus Hackfleisch', dialektales Wortgut lebt weiter z.B. in RUM Palukes ,Maisbrei', Hanklich ,eine siebenbürgisch-sächsische Art Kuchen' oder Ägrisch ,Stachelbeere' und Urzeln ,maskierte Gestalten (in der Narrenzeit)' bzw. Hattert ,Gemarkung'. Zu den Grenzfällen des Standards gehören u.a. RUM Bizikel, Bulibasse, Motorin, Muskelfieber oder Sarmale, da diese Wörter z.B. aus dem familiären Bereich in den überregionalen Sprachgebrauch eingegangen sind. Diese Lemmata werden mit einem Verweis an verschiedenen Stellen im VWB angeführt.

Einer breiten Wörterbuchnutzung kommt der im VWB angebrachte Varianten-Hinweis entgegen. Vgl. hierzu Kletitten RUM die; nur Plur. (Küche) < aus rumän. clätite, Pl. von clätitä > (Grenzfall des Standards): - Omelett A, - Palatschinke A, - Omelette A CH, - Eierkuchen D-nordost/mittelost, - Pfannekuchen D-mittelwest, - Pfannenkuchen D-süd, - Pfannkuchen D (ohne nordost/mittelost), - Plinse D-mittelost ,Gericht aus einem dünnen Teig aus Eiern, Milch und Mehl, der in der - Pfanne in Fett gebacken, mit - Marmelade o.Ä. bestrichen wird': In der Mitte des Umzuges befand sich der Pfannkuchenwagen" mit einem qualmenden Ofen, auf dem symbolisch die Kletitten zubereitet wurden (Hermannstädter Zeitung 24. 2. 2012) - Selten auch in der Form Kletiten oder Klettiten geschrieben. - Dazu: Kletitten-Festival (S. 394).

Das Wörterbuch belegt auch das Vorkommen unterschiedlicher Phraseo-logismen in den Standardvarietäten des Deutschen, damit auch eigene, gebräuchliche regionalspezifische phraseologische Varianten. Vgl. z.B. RUM in den Ägrisch gehen (S. 21) und sich Rechenschaft geben (S. 579) bzw. NAM ein Rivier kommt ab (,plötzliches starkes Wasserführen eines ausgetrockneten Gewässerlaufs'; S. 8). Dabei handelt es sich um schriftsprachliche Phraseologismen, die aus dem aktuellen Sprachgebrauch (z.B. Presse und Internet) exzerpiert worden sind. Die Auswertung verschiedener Quellen belegt, dass obwohl mehrere Phraseologismen strukturell dialektale Merkmale aufweisen, diese Phraseolo-gismen nicht areal begrenzt gültig sein müssen, d.h. Phraseologismen mit einer regional gebundenen Konstituente (z.B. etw. geht jmdn. einen [feuchten] Kehricht an = gemeindt.; Kehricht CH, D-südwest; S. 378) müssen nicht auf das Verbreitungsgebiet der betreffenden Dialektwörter beschränkt sein. Hier sind empirische Untersuchungen erforderlich, um den arealen Geltungsbereich eines Idioms ermitteln zu können. Unter dem Lemma Ä g r i s c h [RUM der; -(e)s, -e < aus rumän. agri§ä und in A dialektal Agrasel > ,Stachelbeere' (S. 21)] wird auch der Phraseologismus *in den Ägrisch gehen RUM (nur im Imp., salopp, Grenzfall des Standards) aufgeführt in der Bedeutung abfahren CH, putzen A, vertschüssen A, verpissen CH D, dünnemachen D-nord/mittel; sich entfernen; verschwinden, abhauen". Der Phraseologismus wird aber auch unter anderen Lemmata (abfahren; S. 5; abschieben; S. 11; abschleichen; S. 12; Fliege; S. 243; Mücke; S. 483) angeführt.

Das VWB bietet in seiner Neuauflage ein empirisch ausgewiesenes Inventar, das auf eine spezifische Realität Bezug nimmt: häusliches und landwirtschaftliches Arbeitsleben, die damit verbundenen Sozialverhältnisse und Gewohnheiten, Einrichtungen, kurzum: Sachliche, soziale und sprachliche Lebensformen, die sich historisch unter besonderen Bedingungen entwickelt haben und mit denen sich die SprecherInnen dieser deutschen Varietät identifizieren.

Dieser Überblick zur Lemmaselektion zeigt, dass die kodifizierten systemintegrierten lexikalischen Spezifika der deutschen Standardsprache in Sprachinsellage historisch, wirtschaftlich, politisch, sozial und kulturell bedingt sind. Sicherlich wären auch andere Einträge wörterbuchreif" gewesen, doch den (Regional-)Experten sind Einschränkungen auferlegt worden. Allerdings kommen im Wörterbuch auch einige für die Vollzentren spezifischen Wörter vor, die es auch im Rumäniendeutschen gibt und die leider nicht als RUM ausgewiesen wurden.32 Vgl. z.B. Aufbaustudiengang (D; S. 55), Inspektorat (A CH; S. 349), Gehschule (A; S. 268), Gelse (A; S. 270), Präfekt (CH; S. 506), Trolleybus (CH; S. 507). Falls man bestimmte Wörter auch in Rumänien in der vermerkten Bedeutung verwendet, wäre es angebracht, dass man bei den Lemmata aus D, A, CH, LUX usw. auch RUM hinzufügt. Auch wenn viele Wörter bei Läzärescu und Scheuringer (2007) gebucht sind, wäre der Wörterbuchbenutzer dieses Wörterbuchs dankbar gewesen, wenn in der Neuauflage auch die rumänienspezifischen Lemmata, die vom österreichischen Deutsch geprägten sind, entsprechend markiert sein würden. Dieser Zeit- und Arbeitsaufwand hätte sich gelohnt und hätte auch den einen oder anderen Sprachinselfreund erfreut.

Die im VWB aufgenommenen Rumänismen entstammen einem umfangreichen (Zeitungs-)Korpus, wobei für die ausgewählten Lemmata auch Belege gefunden werden mussten, die dem aktuellen Sprachstand entsprechen.33 Die Beispielsätze stammen ausnahmslos aus Pressetexten. Es handelt sich vorwiegend um Pressetexte aus der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, die Tageszeitung für die Angehörigen der deutschen Minderheit und deren Regionalbeilagen34 wie auch aus der Siebenbürgischen Zeitung, die vom Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland ab 1950 herausgegeben wird, da Angehörige der rumäniendeutschen Minderheit auch nach ihrer Auswanderung nach Deutschland untereinander diese Varietät noch verwenden. Auch die Sichtung verschiedener Aufsätze zu den als typisch rumäniendeutschen Wörtern erklärten Rumänismen erwies sich als notwendig. Belege aus der Belletristik blieben unberücksichtigt.

Mit Blick auf die Viertel(s)zentren ist erfreulich, dass eine gute Beleglage, repräsentativ ausgewählt, das Rumäniendeutsche abdeckt im Vergleich zu den spärlichen Quellen anderer Viertel(s)zentren. Hinsichtlich der Viertel(s)zentren entfallen von den 17 Titelangaben jeweils sechs auf Rumänien, acht auf Namibia und drei auf die Mennonitensiedlungen.

Abschließend muss erwähnt werden, dass im Hinblick auf die (konsequente) Erfassung der Regionalspezifik die Kodifizierungspraxis der lexikalischen Varianten in den Viertel(s)zentren Rumänien, Namibia und Mexiko nicht mit der gleichen Sorgfalt erfolgt ist. Insgesamt kann eine sorgfältigere Bearbeitung der unter dem Kürzel RUM aufgenommenen Lemmata registriert werden. Dies zeigt sich zunächst im konsequenten Vorgehen bei der Lemmati-sierung und bei der Einhaltung einzelner Artikelpositionen (Angaben zur Herkunft, zum Vorkommensbereich oder zur Markierungspraxis; vgl. hierzu auch Angaben wie selten auch in der Form Kletiten oder Klettiten geschrieben"; S. 394). Darüber hinaus begegnen beim RUM-Wortschatzausschnitt mehrere Verweise auf (mindestens zwei) Zusammensetzungen (vgl. z.B. Lemma Märzchen; S. 464) im Schlussteil des Wörterbuchartikels. Bei vielen MENN- oder NAM-Lemmata bleiben etymologische Angaben oder Hinweise auf Komposita aus. Vgl. z.B. NAM Kamp (,eingezäunte Fläche'), wo keine Herkunftsangabe erscheint (S. 364). Auch sind die zitierten RUM-Belege zutreffender als bei vielen MENN- oder NAM-Lemmata. Die Beispielsätze sind nützlich, da sie den Gebrauch der Stichwörter erklären und in ein Umfeld einordnen. Andererseits zeigen sie auch, weshalb eine bestimmte Bedeutungsangabe in der einen oder anderen Weise formuliert wurde. Bei manchen Beispielsätzen wie z.B. beim Stichwort Veld (NAM; ,offenes, weites Land, Savanne'; S. 775) wäre anstatt Blitz entzündet trockenes Veld" (AZN 26.10.2010) eine aussagekräftigere Beispielangabe benutzerfreundlicher gewesen. Auch bei Seida (MENN; ,Limonade'; S. 665) wäre ein anderer Beleg sicherlich angebrachter gewesen wie auch einige Zusammensetzungen zu diesem Lemma. Bei MENN Komitee (- Magistrat A, Stadtamt - A, - Gemeindeamt A D, - Komunalverwaltung D, - Bürgermeisteramt D LIE, - Munizip MENN Verwaltungsorgan einer mennoni-tischen - Kolonie; Gemeindeverwaltung'; S. 404) und MENN Munizip (,lokaler Verwaltungsbezirk, Gemeinde'; S. 485) bzw. MENN Ohm (S. 512) werden keine Zusammensetzungen vermerkt.

 

3. Schlussbemerkungen und Ausblick

Die Neuauflage des Wörterbuchs belegt Varianten der deutschen Standardsprache, wobei dies bislang für keine andere Sprache - auch für die großen plurizentrischen Sprachen (z.B. Englisch, Französisch, Spanisch, Portugie-sisch)35 nicht - erfolgt ist, sodass mit der Aufnahme der Viertel(s)zentren eine lexikografische Lücke geschlossen werden kann.

Das empirisch erhobene Sprachmaterial verdeutlicht Eigenheiten auch des in den jeweiligen Viertel(s)zentren gesprochenen Standarddeutschen, die der wissenschaftlichen Fachwelt und auch dem interessierten Nichtfachpublikum zugänglich gemacht werden müssen, da es hier einen großen Bedarf an noch zu erbringenden Forschungen gibt. Sowohl die Viertel(s)zentren wie auch ihre Standardvarianten sind in der Vergangenheit kaum in den wissenschaftlichen Fokus gerückt. Mit der Aufnahme standardsprachlicher Besonderheiten des Deutschen in Rumänien, in Namibia und bei den Mennoniten in Amerika und die Bereitstellung für eine eingehendere linguistische Forschung ist zu erwarten, dass künftig verstärkt Untersuchungen zu den Auffälligkeiten in den Viertel(s)zentren angestellt werden.36

Als aktuelle Forschungsdesiderate sind vorwiegend (sozio-)linguistische Fragestellungen zu erwähnen, die auch andere deutschsprachige Minderheiten anvisieren sollten, um einerseits die Existenz weiterer Viertel(s)zentren zu dokumentieren, andererseits verschiedene Viertel(s)zentren miteinander zu vergleichen. In diesem Zusammenhang wäre auch danach zu fragen, wie die sinkenden Sprecherzahlen in den Viertel(s)zentren einzuschätzen sind und ob damit das Bestehen dieser Viertel(s)zentren gefährdet wäre. Wichtig sind auch Überlegungen zu sprachpolitischen Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der deutschen Sprache in den jeweiligen Viertel(s)zentren wie auch die Ermittlung neuer Standardvarianten und Themenbereiche durch die Auswertung von Sprachkorpora aus Modelltexten, die Erfassung der geografischen Verteilung der Mennonitensiedlungen oder die Erforschung der Besonderheiten des Sprachgebrauchs weiterer religiöser Minderheiten deutscher Herkunft aus Nordamerika.37

Deutsch am Rande und weit außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachgebietes dokumentiert ein Varietätenspektrum, dem das VWB gebührende Beachtung verschafft. Hier werden Sprachzeugnisse deutschsprachiger Minderheiten verschiedener Regionen - darunter auch der rumäniendeutschen Standardvarietät - nicht nur adäquat erfasst, für künftige Generationen aufbewahrt und im öffentlichen Bewusstsein verankert. Auch der an historischen Sprachinseln oder an der sprachlichen Heterogenität interessierten Laienschaft, die kompetent Sprachvariation beurteilen möchte, bietet dieses Nachschlagewerk Wissenswertes über das gegenwärtige Deutsch in seiner eigenen standard sprachlichen Charakteristik, die in verschiedenen Ländern und Regionen auszumachen ist. So sind die Neuaufnahmen sowie die neu hinzugekommenen Sprachräume für das VWB ein zusätzlicher Gewinn und die Freude über Gefundenes - längst aus dem Gedächtnis Geschiedenes - groß. Auch damit hat das Autoren- und Expertenteam die im Vorwort der Erstauflage (2004: X) verkündete weitere Verbesserung" und andauernde Aktualisierung" als Zukunftsaufgabe verwirklicht.

 

Das Acknowledgement

Dieser Artikel entstand im Rahmen des von der Lucian-Blaga-Universität Sibiu/ Hermannstadt geförderten Projekts LBUS-IRG-2018-04 (Laufzeit: 2018-2020).

 

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2. Die im Beitrag verwendete Terminologie im Zusammenhang mit den Voll-, Halb- und Viertel(s)zentren geht auf Ammon (1995) zurück.
3. Die Initiative und wissenschaftliche Grundlegung stammen von Ulrich Ammon. Vgl. hierzu das Vorwort zur Erstauflage (2004: VII-X). Dem Wörterbuchteil gehen daher Ausführungen zu den nationalen Voll- und Halbzentren des Deutschen voraus, eine Unterscheidung, die auf dem Konzept der plurizentrischen Sprache beruht.
4. Dazu Scheuringer (1996). Auf den Unterschied, der in der Forschung zwischen den Termini
plurizentrisch" und pluriareal" gemacht wird, wird hier nicht näher eingegangen.
5. Zur Ermittlung der standardsprachlichen Variation wurde ein breites Korpus angelegt, das vorwiegend Periodika (über- und regionale Tages- und Wochenzeitungen, Monatsmagazine, Zeitschriften, Illustrierte, populäre Fachzeitschriften), Belletristik (Prosa, Kinder- und Jugendliteratur), Krimis und Trivialliteratur, populäre Sachtexte verschiedener Themenbereiche (Bildung/Erziehung, Wirtschaft, Gesundheit, Wohnen, Medien, Soziales, Natur, Kultur, Religion, Sport, Tourismus), Informations- und Werbebroschüren, Werbematerialien, Prospekte, Kalender, Kataloge, Formulare, Gesetzestexte, Audio- und Videoquellen und das Internet umfasst. Berücksichtigt wurden neben dem Grundwortschatz auch Sachspezifika, Bezeichnungen für bedeutende und typische Institutionen, geografische Namen und typische Vornamen, Abkürzungen und Kurzwörter sowie Redewendungen, Sprichwörter oder substantivierte Attribute, denen (Bedeutungs-)Erklärungen, Arealangaben und Belege folgen. Vgl. dazu die Ausführungen zur Auswahl der Stichwörter (2004: XI-XII).
6. Die Anordnung der Stichwörter (S. XII) erfolgt alphabetisch, wobei Schreibvarianten nicht gesondert aufgeführt werden. Bei nationsinternen Schreibvarianten wird die häufigere Form angegeben und die Zweitform im Kommentar erwähnt.
7. Bei den Lemmata werden u.a. folgende Abkürzungen als Verweise auf andere Varietäten verwendet: A = Österreich, CH = Schweiz, D = Deutschland.
8. Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensied-lungen. Herausgegeben von Ulrich Ammon, Hans Bickel und Alexandra N. Lenz. Berlin/ Boston: de Gruyter Mouton. 2016. LXXVIII, 916 S.
9. Eine von mir verfasste Rezension in englischer Sprache des VWB in seiner Neuauflage erscheint im Frühjahr 2018 im Journal of Germanic Linguistics 30: 88-96.
10. Dazu Ammon (1995) und den einleitenden Teil des Variantenwörterbuchs (2016: XI-LXXVIII).
11. Terminus nach Ammon (1995: 14). Zum Terminus
Rumäniendeutsch" vgl. Läzärescu (2013a: 369-389).
12. Zu den sprachlichen Besonderheiten der in Rumänien gesprochenen deutschen Sprache vgl. insbesondere die Arbeiten von loan Läzärescu und in der älteren Literatur Kelp (z.B. 1982 und 1985). Zur deutschen Sprache in Rumänien aus variationslinguistischer Sicht vgl. auch den Sammelband von Läzärescu, Scheuringer und Sprenzinger (2016) und die Publikations-reihe des Forschungszentrums Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (FZ DiMOS) an der Universität Regensburg. Das Forschungszentrum widmet sich der Erforschung und Dokumentation der historischen und aktuellen Mehrsprachigkeitssituation in diesem Areal unter Einbeziehung der dortigen Nachbarsprachen des Deutschen.
13. Vgl. hierzu die Projekthomepage http://www.variantenwoerterbuch.net/; 12.01.2017.
14. Vgl. hierzu die Projekthomepage http://www.variantenwoerterbuch.net/; 12.01.2017.
15. Ein Wort wurde dann aufgenommen, wenn es nicht im gesamten deutschen Sprachgebiet vorkommt oder wenn es je nach Land oder Region unterschiedliche Bedeutungen trägt, unterschiedlich verwendet wird oder von unterschiedlichen Sprechergruppen unterschiedlich häufig verwendet wird. Nicht aufgenommen wurden Wörter, die sich nur in der Schreibung und der Aussprache von gemeindeutschen Wörtern unterscheiden.
16. Dazu Ammon (1995: 73-75).
17. Bei den Lemmata erscheinen Abkürzungen als Verweise auf andere Varietäten. Vgl. z.B.: Bakkalaureat das; -(e)s, -e: 1. A [...] 2. RUM; - Matura A CH, - Reifeprüfung A D, - Matur CH, - Maturität CH, - Abitur D ,Prüfung oder Schulabschluss zur Erlangung der Hochschulreife'[..]. Dazu: - Bakkalaureatsdiplom, Bakkalaureatskandidat(in), Bakkalaureats-prüfung (S. 82).
18. Wörter und Wendungen der Fach- und Verwaltungssprache, Dialekte, veraltetes oder selten gebrauchtes Wortmaterial und Umgangssprachliches wurden nicht erfasst. Ebenfalls nicht aufgenommen wurden Wörter, die sich nur in der Schreibung und der Aussprache von gemeindeutschen Wörtern unterscheiden.
19. Wenn auch die Rumäno-Austriazismen im VWB nicht aufgenommen werden, so verweist jedoch das Vorwort des VWB in seiner Neuauflage auf das Wörterbuch von Läzärescu und Scheuringer (2007), das mit seinen rund 6.100 Einträgen zu den großen Austriazismen-Wör-terbüchern gehört.
20. Für die deutsche Standardsprache in Rumänien fehlt ein Korpus. Überlegungen zur Erstellung eines Korpus lexikalischer Rumänismen und der Nutzung des Internet als Quelle für die Variationslinguistik vgl. Serbac (2017).
21. Einen Überblick über die Entstehung der deutschen Gemeinschaften in Rumänien bietet Bottesch (2008: 329-392).
22. Es handelt sich hierbei um staatlich subventionierte Schulen mit deutschsprachigen Klassenzügen, in denen der Unterricht teils oder gänzlich in deutscher Sprache erfolgt. Diese existieren in Rumänien vom Kindergarten über die Grundschule (Klassen 1-4) und das Gymnasium (Klassen 5-8) bis zum Lyzeum (Klassen 9-12). Näheres dazu bei Bottesch (2014).
23. Vgl. z.B. die deutschen Gymnasien in Temeswar, Hermannstadt, Kronstadt, Schäßburg oder Bukarest.
24. Die Rumäniendeutschen in Zahlen: 384.000 (1956), 360.000 (1977), 120.000 (1992). Bei der Volkszählung (2002) gehörten bei einer Landesbevölkerung von 21.700.000 Personen etwa 0,3 Prozent (60.000 Personen) der deutschen Minderheit an. Etwa 42.000 Personen haben Deutsch als Erstsprache angegeben. Bei der letzten Volkszählung (2011) haben sich 36.000 rumänische Staatsbürger (0,2 Prozent) als Deutsche erklärt und 27.000 Personen Deutsch als ihre Muttersprache angegeben. Vgl. Bottesch (2014).
25. Dazu ausführlicher Ammon (2015: 341-349).
26. Bottesch (2008: 351).
27. Vgl. die deutschsprachigen Zeitungen aus dem Quellenverzeichnis des VWB und die deutschsprachigen Sender des staatlichen rumänischen Rundfunks und Fernsehens. 2009 wurde die aus Rumänien stammende deutschsprachige Schriftstellerin Herta Müller mit den Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
28. Zu den österreichisch-rumäniendeutschen lexikalischen Gemeinsamkeiten vgl. das von Läzärescu und Scheuringer 2007 herausgegebene Wörterbuch.
29. Zum Schuldeutsch rumänischer Schüler an deutschen Schulen und zum veränderten Status des Rumäniendeutschen in den letzten Jahren vgl. Läzärescu (2013b: 171-183).
30. Vgl. hierzu Läzärescu (2017). Umfangreichere Bedeutungsangaben werden hier teilweise gekürzt wiedergegeben.
31. Wobei viele in den herkömmlichen zweisprachigen Wörterbüchern Deutsch-Rumänisch nicht kodifiziert sind.
32. Davon sind etliche als Grenzfälle des Standards einzustufen.
33. Zu den Auswahlkriterien der Lemmata und zur Arbeitsmethode am Variantenwörterbuch vgl. Läzärescu (2017).
34. Die deutschsprachige Tageszeitung [Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ); erscheint ab 1945 in Bukarest; vor 1993: Neuer Weg; vorwiegend für Einheimische und nicht nur für Expats] mit zwei Regionalbeilagen (Banater Zeitung und Karpatenrundschau) wird seit 2005 vom Minderheitenverband, dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien herausgegeben, der auch die Hermannstädter Zeitung finanziell unterstützt. Die Wochenzeitung Hermannstädter Zeitung in Hermannstadt (vor 1990: Die Woche) ist die einzige deutschsprachige eigenständige Zeitung in Rumänien. Herausgeber ist die Stiftung Hermannstädter Zeitung, die durch Vermittlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien 50 Prozent der Kosten mit dem Departement für interethnische Beziehungen abrechnet. Die restlichen 50 Prozent kommen aus dem Freiverkauf, aus Spenden und Anzeigen.
35. Der Grad der Plurizentrizität ist bei den in Europa existierenden plurizentrischen Sprachen unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine Gesamtdarstellung der plurizentrischen Sprachen Europas findet sich in Muhr (2003). Zum Deutschen aus plurizentrischer Sicht vgl. Schmidlin (2011).
36. Es gilt, die Heterogenität des Deutschen zu beschreiben und zu erklären, wobei u.a. Fragen der Variationslinguistik, der Sprachkontakt- und Mehrsprachigkeitsforschung oder Sozio-linguistik zu beantworten sind.
37. Vgl. hierzu u.a. Schneider-Wiejowski und Ammon (2013: 113-122).

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