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Fundamina

On-line version ISSN 2411-7870

Fundamina (Pretoria) vol.20 n.1 Pretoria Jan. 2014

 

Zur mittelbaren iniuria

 

 

Georg Klingenberg

Emeritierter Universitätsprofessor, Johannes-Kepler-Universität Linz

 

 


ABSTRACT

When a relative is injured or offended by a wrongdoer, Roman law distinguishes between two types of iniuria: the harm done to the concerned person herself ("direct iniuria") and the injury caused indirectly to other persons by the same incident ("indirect iniuria"). An example is given in Gai 3.221 and I. 4.4.2: If a married filia familias is injured, the actio iniuriarum against the wrongdoer can be brought not only filiae nomine, but also patris and mariti nomine. As Ulpian (D. 47.10.1.3) points out, the relevant criteria in respect of indirect iniuria are potestas and affectus. The actions based on indirect iniuria can be instituted together with the action based on direct iniuria (Neraz cited by Ulpian in D. 47.10.1.9); the aestimatio in every action is independent of the aestimatio in the other actions (Paul citing Pomponius in D. 47.10.18.2; Ulpian D. 47.10.30.1). According to Neraz (cited by Ulpian D. 47.10.1.8) it does not matter whether or not the wrongdoer knows the potestas or affectus of another person. Paul, on the other hand, insists that knowledge of these is necessary, regardless of the person involved in the case: the wrongdoer is liable if he knows the legal status (as filius familias or as uxor) of the person who is directly concerned (D. 47.10.18.4-5). Finally - as explained by Paul (D. 47.10.26) and Ulpian (D. 47.10.1.5) - the persons who are indirectly concerned can sue for their own iniuria even when there is no action in favour of the person who is directly concerned (e.g. a son or a slave who consents to an abusive treatment: volenti non fit iniuria).


 

 

1. Einleitung

Sowohl in den gaianischen als auch in den justinianischen Institutionen findet sich die Unterscheidung zwischen einer unmittelbar und einer mittelbar1 erlittenen iniuria:

Gai. 3.221: Pati autem iniuriam uidemur non solum per nosmet ipsos, sed etiam per liberos nostros, quos in potestate habemus, item per uxores nostras, quamuis in manu nostra non sint; itaque si ueluti filiae meae, quae Titio nupta est, iniuriam feceris, non solum filiae nomine tecum agi iniuriarum potest, uerum etiam meo quoque et Titii nomine.

I. 4.4.2: Patitur autem quis iniuriam non solum per semet ipsum, sed etiam per liberos suos, quos in potestate habet: item per uxorem suam, id enim magis praevaluit. itaque si filiae alicuius, quae Titio nupta est, iniuriam feceris, non solum filiae nomine tecum iniuriarum agi potest, sed etiam patris quoque et mariti nomine.

Als Beispiel wird die iniuria an einer nupta filia gebracht, die in der Gewalt ihres pater familias verblieben ist und daher nicht in der manus ihres maritus steht. Hinsichtlich der Klageführung filiae nomine ist zu bedenken, dass eine gewaltunterworfene Person nur unter den Voraussetzungen des Edikts Si ei, qui in alterius potestate erit, iniuria facta esse dicetur"2 - nämlich bei absentia des pater und Nichteinschreiten eines procurator für ihn - selbst klagen und dafür auch selbst einen procurator bestellen3 kann. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, so kann der Gewalthaber in einer kombinierten Klageführung sowohl die unmittelbare iniuria am Hauskind als auch die mittelbar erlittene eigene iniuria geltend machen4, wobei die eine Klageführung als filii nomine, die andere als suo (= patris) nomine bezeichnet wird5. Das in den Institutionenstellen gebrauchte Passiv agi potest ist daher hinsichtlich der filia wohl bewusst gewählt, da es von den ediktalen Umständen abhängt, ob es zu einer Klageführung durch die filia selbst oder durch den pater kommt.

Mit den Klageführungen patris bzw mariti nomine wird die mittelbar erlittene iniuria verfolgt. Auch andere Belege sprechen davon, dass der pater bzw der vir jeweils suo nomine agat6.

Ich konzentriere mich auf die mittelbare iniuria, die über Angehörige vermittelt wird. Für die iniuria, die dem dominus aus Tathandlungen gegen seine Sklaven7 entsteht, gibt es eigene Ediktsbestimmung, worin der Prätor aus den Tatbeständen des verberare contro bonos mores und quaestionem habere iniussu domini eine actio verheißt8. Bezüglich der iniuria an Hauskindern oder einer uxor gibt es keine eigenen Tatbestände; ediktaler Regelungsgegenstand war nur - wie oben erwähnt - die Frage, ob ein Gewaltunterworfener auch selbst klagen kann9.

Ich freue mich, die folgenden Ausführungen dem verehrten Jubilar widmen zu können, dem unsere Wissenschaft so viel verdankt und dem ich seit langem verbunden bin.

 

2. Die Vermittlungskriterien für die mittelbare iniuria

Ulpian erwähnt zwei Vermittlungskriterien, nämlich potestas und affectus:

D. 47.10.1.3 (Ulp. 56 ad ed.): Item aut per semet ipsum alicui fit iniuria aut per alias personas. per semet, cum directo ipsi cui patri familias vel matri familias fit iniuria: per alias, cum per consequentias fit, cum fit liberis meis vel servis meis vel uxori nuruive: spectat enim ad nos iniuria, quae in his fit, qui vel potestati nostrae vel affectui subiecti sint.

Der Hinweis auf den affectus ist zwar von Albertario als byzantinisch verdächtigt worden10 und auch das Gemeinsame der von Ulpian vorher gebrachten Beispiele (liberi, servi, uxor, nurus) ist wegen der Miterwähnung des servus eher die potestas als der affectus. Dennoch halte ich den Hinweis auf den affectus durchaus für klassisch, denn zum einen können sich potestas und affectus überlagern; zum andern zeigt die Gewährung der actio iniuriarum an den Mann im Fall der iniuria an der uxor auch in der manusfreien Ehe, dass es nicht ausschließlich auf ein Gewaltverhältnis ankommt, sondern der affectus maritalis einen eigenständigen Anknüfungspunkt bildet: Wenn auch in den Justinianischen Institutionen (I. 4.2.2) noch die Spur einer zunächst kontroversiellen Sicht erkennbar ist ("... item per uxorem suam. id enim praevaluit'11), so erwähnt Gai. 3.221 nichts davon. Im gleichen Sinn erwähnen auch die Paulus-Sentenzen Kinder und Ehegattin als Mittelspersonen für eine iniuria: Bezeichnend ist, dass bei den Kindern zusätzlich das Bestehen des Gewaltverhältnisses verlangt wird, bei der Ehegattin hingegen nicht:

PS. 5.4.312: Si liberis qui inpotestate sunt aut uxorifiat iniuria, nostra interest vindicare ...

Der von Ulpian erwähnte affectus ist allein freilich nicht als Vermittlungskriterium ausreichend, sondern nur im Zusammenhang mit einer Schutzpflicht, die entsprechend den gesellschaftlichen Vorstellungen13 der Römer nur dem Mann gegenüber der Frau, aber nicht der Frau hinsichtlich des Mannes zukommt:

D. 47.10.2 (Paul. 55 ad ed.): Quod si viro iniuria facta sit, uxor non agit, quia defendi uxores a viris, non viros ab uxoribus aequum est.14

Ähnlich ist es im Verlöbnis: Aus einer unsittlichen Nachstellung (adtemptata pudicitia), die ein Dritter gegenüber einer sponsa begeht, erlangt nicht nur sie selbst, sondern auch der sponsus die actio iniuriarum:

D. 47.10.15.24 (Ulp. 77 [recte 57] ad ed.): Sponsum quoque ad iniuriarum actionem admittendum puto: etenim spectat ad contumeliam eius iniuria, quaecumque sponsae eius fiat.

 

3. Kumulation und Verschiedenheit der aestimatio

D. 47.10.1.9 (Ulp. 56 ad ed.): Idem ait Neratius ex una iniuria interdum tribus oriri iniuriarum actionem neque ullius actionem per alium consumi. ut puta uxori meae filiae familias iniuria facta est: et mihi et patri eius et ipsi iniuriarum actio incipiet competere.

Auch Neraz behandelt den Schulfall der iniuria an einer nupta filia familias und lässt hier eine Kumulation zu15, so dass den Täter eine dreifache - freilich in jeder actio verschieden hohe - Buße trifft.

Dass auch für die filia die Ausdrucksweise et ipsi iniuriarum actio incipiet competere gebraucht wird, darf nicht in dem Sinn verstanden werden, dass sie auch in jedem Fall tatsächlich selbst die Klageführung übernimmt; denn auf dem Hintergrund des Edikts Si ei, qui in alterius potestate erit, iniuria facta esse dicetur" ist davon auszugehen, dass zunächst die Klageführung durch den Gewalthaber erfolgt. Von einer vorrangigen Klageführung durch den pater geht Neraz auch in einem direkt überlieferten Fragment aus:

D. 47.10.41 (Ner. 5 membr.): Pater, cuiusfilio facta est iniuria, non est impediendus, quo minus duobus iudiciis et suam iniuriam persequatur etfilii.

Der Gewalthaber hat je eine actio aus seiner eigenen mittelbaren Deliktsbetroffenheit16 als auch aus der unmittelbaren Deliktsbetroffenheit seinesfilius. Er kann beide actiones kumulieren.

Besonders aussagekräftig hinsichtlich der Unabhängigkeit der Klagen und der Kumulation ist auch:

D. 47.10.18.2 (Paul. 55 ad ed.)17: Si nupta filia familiae iniuriam acceperit et vir et pater iniuriarum agant, Pomponius recte putat tanti patri condemnandum esse reum, quanti condemnetur, si ea vidua esset, viro tanti, quanti condemnaretur, si ea in nullius potestate esset, quod sua cuiusque iniuria propriam aestimationem haberet. et ideo si nupta in nullius potestate sit, non ideo minus eam iniuriarum agere posse, quod et vir suo nomine agat.

Zunächst geht es um eine nupta filia familias: Bei der aestimatio der iniuria, die der Vater erlitten hat, soll die Tatsache der Ehe unberücksichtigt bleiben, umgekehrt soll bei der aestimatio im Verfahren, welches der maritus gegen den Täter anstellt, die Tatsache der Gewaltunterworfenheit der Frau nicht berücksichtigt werden.

Auch der zweite Teil, in dem es um eine iniuria an einer Ehefrau sui iuris geht, bestätigt die Kumulation: Eine actio der Frau aus ihrer selbst erlittenen Kränkung wird keineswegs dadurch ausgeschlossen, daß auch ihr Mann suo nomine - dh. aus der mittelbar erlittenen iniuria - klagen kann.

Auch für die iniuria am filiusfamilias wird die Verschiedenheit der aestimationes18 betont:

D. 47.10.30.1 (Ulp. 42 ad Sab): Si filio iniuria facta sit, cum utrique tam filio quam patri adquisita actio sit, non eadem utique facienda aestimatio est, ...

D. 47.10.31 (Paul. 10 ad Sab ): cum possit propterfilii dignitatem maior ipsi quam patri iniuria facta esse.

Der Gedanke der maior dignitas findet sich auch als Argument zur Begründung der eigenen Klageführung des Sohnes nach dem Edikt:

D. 47.10.17.13 (Ulp. 57 ad ed.): Interdum tamen putamus et si pater remittat, iniuriarum actionem filio dandam, ut puta si patris persona vilis abiectaque sit, filii honesta: neque enim debet pater vilissimus filii sui contumeliam ad suam vilitatem metiri. ponamus esse eum patrem, cui iure meritoque curator a praetore constitueretur.

Die gegen die Stelle vorgebrachten Verdächtigungen19 überzeugen nicht, Sie stützen sich teilweise auf stilistische Kriterien20, vor allem aber auf den Widerspruch zum vorangegangenen § 12, worin zunächst ausgeführt wird, dass ein Absehen des pater praesens von der Klageführung durch remittere iniuriam auch den Sohn bindet, und eine ratio für die ediktale Klagegewährung an den filius selbst geboten wird21. Gerade das den § 13 einleitende interdum zeigt jedoch, dass sich Ulpian des Ausnahmecharakters durchaus bewusst ist, zudem ist es auch keineswegs verdächtig, wenn in einer Kommentierung einer Ediktsbestimmung deren Anwendungsbereich eingegrenzt wird. Auch der Schlusssatz ist nicht unlogisch, weil er auf eine Situation verweist, in der dem pater ein curator bestellt werden könnte (constitueretur"), nicht aber auf eine, in der er bereits einen curator hat.

 

4. Zur Beurteilung des subjektiven Elements bei der mittelbaren iniuria

Das Wesen der iniuria liegt nach einer auf Labeo zurückgehenden Auffassung in der contumelia22. Dies gilt auch für die Verwirklichung der mittelbaren iniuria. So heißt es in der bereits oben wiedergegebenen Stelle D. 47.10.15.24 (Ulp. 77 [recte 57] ad ed.)23 bezüglich der an der sponsa verübten iniuria-Handlung: spectat enim ad contumeliam eius (scil. des sponsus). Eine ähnliche Formulierung, nämlich ad spectat ad nos, findet sich in D. 47.10.1.3 (Ulp. 56 ad ed.)24. Diese Ausdrucksweise anerkennt freilich nur die Betroffenheit der Hinterperson, sagt aber noch nichts darüber aus, ob darauf ankommt. dass der Täter gerade die dahinter stehende Person treffen will, oder ob für das Entstehen der actio aus mittelbarer iniuria das objektive Kriterium des bestehenden Gewalt- oder affectus-Verhältnisses ausreichend ist. Diese Frage wird im Zusammenhang mit Fällen erörtert, in denen beim Täter keine oder eine falsche Vorstellung über die mittelbar betroffene Person vorhanden ist.

Bei Sklaven als Mittelspersonen bedarf es jedenfalls einer solchen speziellen Zielrichtung in der Absicht des Täters. Schon Mela hat sich damit befasst:

D. 47.10.15.45 (Ulp. 77 [recte 57] ad ed.): Interdum iniuria servo facta ad dominum redundat, interdum non: nam si pro libero se gerentem aut cum eum alterius potius quam meum existimat quis, non caesurus eum, si meum scisset, non posse eum, quasi mihi iniuriam fecerit, sic conveniri Mela scribit.

Es geht um einen Fall, bei dem der Täter gegenüber einem servus eine (nicht näher genannte) iniuria-Handlung setzt. Als Beispiele, in denen es nicht zu einem redundare ad dominum kommt, werden zwei Irrtumsfälle gebracht: Im Fall der iniuria gegenüber einem servus pro libero se gerens unterliegt der Täter einem Irrtum über den Status des Opfers, im zweiten Fall kennt er den Sklavenstatus, unterliegt aber einem Irrtum über die Person des Gewalthabers. Für Mela (und wohl auch für Ulpian) wird zwischen beiden Irrtumsfällen nicht unterschieden. Eine actio iniuriarum kommt nicht in Betracht.

Dieser Linie entspricht der Befund in den Gaius-Institutionen, wonach nur solche iniuria-Handlungen an servi den iniuria-Tatbetand gegenüber dem dominus verwirklichen, die aperte in contumeliam domini erfolgen25. Auch von Paulus wird die Zielrichtung des animus iniuriae faciendae auf den dominus betont:

D. 47.10.26 (Paul. 19 ad ed.): Si quis servum meum vel filium ludibrio habeat licet consentientem, tamen ego iniuriam videor accipere: veluti si in popinam duxerit illum, si alea luserit. sed hoc utcumque tunc locum habere potest, quotiens ille qui suadet animum iniuriae faciendae habet. atquin potest malum consilium dare et qui dominum ignoret: et ideo incipit servi corrupti actio necessaria esse.

Aufgrund des palingenetischen Zusammenhangs - es geht um die Kommentierung des Edikts de servo corrupto - und des Umstandes, dass nur von einem dominus die Rede ist, dürfte es sich bei der Passage [velfilium] um einen späteren Zusatz handeln26. Wer einen fremden Sklaven in eine popina lockt oder zum Glücksspiel veranlasst, begeht trotz der Zustimmung des servus eine iniuria gegenüber dem dominus, wenn er damit bewusst gerade diesen dominus treffen will. Kennt er den dominus gar nicht, so steht diesem nur die actio servi corrupti, aber nicht die actio iniuriarum zu.

Ist der unmittelbar Betroffene hingegen ein filius oder eine uxor, so spielt die ignorantia des Täters keine Rolle:

D. 47.10.1.8 (Ulp. 56 ad ed.): Sive autem sciat quis filium meum esse vel uxorem meam, sive ignoraverit, habere me meo nomine actionem Neratius scripsit.

Schon Mommsen hat gesehen, dass die Stelle der (von der älteren Lehre und noch von ihm selbst vertretenen) Auffassung widerspricht, wonach es auf die Kenntnis des Täters von diesen Umständen ankommt27. Dagegen sehen Levy und Raber die Stelle als Hauptbeleg für die Unabhängigkeit der Verwirklichung der mittelbaren iniuria von der Kenntnis des Täters über die dahinter stehende Person28. V Scarano Ussani29 hat die Stelle im Hinblick auf eine Inkohärenz des Neraz mit seiner sonstigen Haltung untersucht, der sich an anderen Stellen deutlich für die Beachtlichkeit des Tatsachenirrtums ausspricht30: Scarano Ussani erklärt die Abweichung aus einer Orientierung des Neraz am "valore" der römischen Familie und des pater familias31; dem sind freilich Sitzia, Horak und Krampe entgegengetreten32. Horak hat - um zu einer Harmonisierung mit Paul. D. 47.10.18.4 und 5 (dazu sofort im Folgenden) zu gelangen - Neraz so verstanden, daß er die Unbeachtlichkeit des ignorare nur auf die Zuordnung, nicht aber auf den Status des filius oder der uxor bezogen hat33. Diesem verengten Verständnis des Neraz-Textes kann ich angesichts des Wortlauts nicht folgen. Dem Text von fr 1.8 ist keineswegs zu entnehmen, daß die Betonung ausschließlich auf dem meum bzw meam liegen soll. Vielmehr ist der Gegenstand des scire bzw ignorare mit filium meum esse vel uxorem meam umschrieben. Für Neraz ist damit sowohl die fehlende wie auch eine falsche Vorstellung des Täters von einer mitbetroffenen Person unbeachtlich und das objektive Vorliegen eines Vermittlungskriteriums (potestas, affectus) ausreichend.

Hingegen findet sich bei Paulus eine Unterscheidung danach, ob es sich um einen Irrtum über den Status oder bloß um einen Irrtum bzw um eine Unkenntnis über die Person des Gewalthabers handelt:

D. 47.10.18.4-5 (Paul. 55 ad ed.): (4) At cum aliquis filium familias patrem familias putat, non potest videri iniuriam patri facere, non magis quam viro, si mulierem viduam esse credat, quia neque in personam eorum confertur iniuria nec transferri personae putationem ex persona filiorum ad eos potest, cum affectus iniuriam facientis in hunc tamquam in patrem familias consistat. (5) Quod si scisset filium familias esse, tamen, si nescisset, cuius filius esset, dicerem, inquit, patrem suo nomine iniuriarum agere posse: nec minus virum, si ille nuptam esse sciret: nam qui haec non ignorat, cuicumque patri, cuicumque marito per filium, per uxorem vult facere iniuriam.

Die ausgesprochenen Interpolationsannahmen34 werden heute nicht mehr geteilt35. In der Substanz ist die von Paulus vorgenommene Differenzierung auf jeden Fall klassisch.

In § 4 hält der Täter den unmittelbar betroffenenfiliusfamilias für einen paterfamilias, die unmittelbar betroffene uxor für eine vidua: Er unterliegt also einem Irrtum über den status; dass es eine mittelbar betroffene Person geben kann, kommt dem Täter nicht in den Sinn: Paulus verneint daher eine mittelbare iniuria, weil es keinen Kränkungsvorsatz gegenüber der mittelbar betroffenen Person gibt. In § 5 ist dem Täter der status bekannt, nicht aber die Identität der mittelbar betroffenen Person. Es liegt ignorantia oder error über die Zuordnung vor. Für Paulus ist dieser Umstand nicht entschuldigend: Das Bewusstsein, einen paterfamilias oder einen maritus zu treffen, ist beim Täter jedenfalls vorhanden, er will cuicumque patri bzw cuicumque marito eine iniuria zufügen, somit erwirbt die dem Täter unbekannte mittelbar betroffene Person die actio suo nomine. Das entspricht auch der Haltung Pauls zum error in persona bei einem einfachen iniuria-Fall36:

D. 47.10.18.3 (Paulus 55 ad ed): Si iniuria mihi fiat ab eo, cui sim ignotus, aut si quis putet me Lucium Titium esse, cum sim Gaius Seius: praevalet, quod principale est, iniuriam eum mihi facere velle: nam certus ego sum, licet ille putet me alium esse quam sum, et ideo iniuriarum habeo.

Wenn der Täter den Ego (= Gaius Seius), auf den er einwirkt, gar nicht kennt oder mit dem Licius Titius verwechselt (dem er eine iniuria zufügen will), so erlangt Gaius Seius die actio iniuriarum, weil der Täter einem certus ego (auch wenn er ihn für einen anderen hielt) eine iniuria zufügen wollte.

Der Gegensatz zwischen Neraz einerseits und Paulus andererseits ist also durchaus gegeben. Noch weiter geht:

PS. 5.4.3: Si liberis qui in potestate sunt aut uxori fiat iniuria, nostra interest vindicare: ideoque per nos actio inferri potest, si modo is qui fecit in iniuriam nostram id fecisse doceatur.

Der Sentenzenverfasser entfernt sich damit nicht nur vo n Paulus' Differenzierung zwischen einem (beachtlichen) Status-Irrtum und einem (unbeachtlichen) Irrtum über die Person des Gewalthabers, sondern gleicht die Regelung im Ergebnis jener an, wie sie (schon seit Mela und noch von Ulpian)37 für iniuria-Handlungen an servi überliefert ist38.

 

5. Zur Frage der Akzessorietät

Hier ist zu prüfen, ob die actio aus der mittelbaren iniuria davon abhängig ist, dass eine actio aus der unmittelbaren iniuria gibt. Diese Frage stellt sich zunächst im Fall der Einwilligung der unmittelbar betroffenen Person:

D. 47.10.26 (Paul. 19 ad ed.): Si quis servum meum vel filium ludibrio habeat licet consentientem, tamen ego iniuriam videor accipere ...

Auch wenn die Passage [vel filium] nicht echt ist und die Entscheidung ursprünglich nur den servus betroffen hat39, ist sie sachlich auch hinsichtlich des filius für die Klassik zutreffend:

D. 47.10.1.5 (Ulp. 56 ad ed.): Usque adeo autem iniuria, quae fit liberis nostris, nostrum pudorem pertingit, ut etiamsi volentem filium quis vendiderit, patri suo quidem nomine competit iniuriarum actio, filii vero nomine non competit, quia nulla iniuria est, quae in volentem fiat.

Hat der Sohn eingewilligt - im konkreten Fall dazu, verkauft und damit wie ein Sklave behandelt zu werden, was das den Tatbestand des Edikts ne quid infamandi causa fiat40 erfüllt -, so entfällt nur die actio aus der unmittelbaren iniuria, nicht aber die aus der mittelbaren iniuria. Eine Akzessorietät wird also abgelehnt.

Das Problem der Akzessorietät stellt sich auch in den Fällen, in denen es zu einer Konkurrenz zwischen potestas und affectus einerseits und einem Patronatsrecht anderseits kommt:

D. 47.10.11.7-8 (Ulp. 57 ad ed.): (7) Quamquam adversus patronum liberto iniuriarum actio non detur, verum marito libertae nomine cum patrono actio competit: maritus enim uxore sua iniuriam passa suo nomine iniuriarum agere videtur. quod et Marcellus admittit. ego autem apud eum notavi non de omni iniuria hoc esse dicendum me putare: levis enim coercitio etiam in nuptam vel convici non impudici dictio cur patrono denegetur? si autem colliberto nupta esset, diceremus omnino iniuriarum marito adversus patronum cessare actionem, et ita multi sentiunt. ex quibus apparet libertos nostros non tantum eas iniurias adversus nos iniuriarum actione exequi non posse, quaecumque fiunt ipsis, sed ne eas quidem, quae eis fiunt, quos eorum interest iniuriam non pati. (8) Plane si forte filius liberti vel uxor velint iniuriarum experiri: quia patri maritove non datur, denegandum non erit, quia suo nomine experiuntur.

Aufgrund des Patronatsverhältnisses ist eine actio iniuriarum des libertus gegen seinen Patron auf jeden Fall insoweit ausgeschlossen, als dieser noch eine Zuchtgewalt hat. In darüber hinausgehenden Fällen, insbesondere bei einer iniuria atrox, kann nach prätorischer causae cognitio die actio gewährt werden41. Der Ausschluss der actio iniuriarum gegen den Patron greift - wie im Schlusssatz von § 7 ausgeführt - sowohl bei unmittelbarer wie auch bei mittelbarer Betroffenheit des libertus ein.

In Eingangsfall von § 7 geht es um eine iniuria, welcher einer verheirateten liberta von ihrem Patron zugefügt wird. Aus der mittelbar erlittenen iniuria kann der Ehemann den Patron seiner Frau klagen, da gegen ihn kein Patronatsverhältnis besteht und er suo nomine vorgeht42. Marcellus lässt dies generell zu und lehnt damit jede Akzessorietät ab. Ulpian schränkt dies insofern ein, als der maritus eine leichte Züchtigung und eine maßvolle Zurechtweisung seiner Frau durch deren Patron hinnehmen muss.

Liegt hingegen ein Patronatsverhältnis auch gegenüber dem maritus vor, weil er ein conlibertus ist - dann gibt es nach der herrschenden Auffssung (et ita multi sentiunt) -kein Klagerecht des Ehemanns, und zwar überhaupt nicht (omnino cessare actionem"), dh wohl auch dann nicht, wenn die liberta - wie zB im Fall einer inuria atrox - selbst klagen könnte; somit tritt auch hier die Ablehnung des Akzessorietätsprinzips zu Tage.

§ 8 bringt den umgekehrten Fall der iniuria des Patrons an - nicht der Patronatsgewalt unterliegenden - Angehörigen seines Freigelassenen: Es entfällt zwar die actio des libertus aus der mittelbaren iniuria, weil seiner Klageführung das Patronatsrecht entgegensteht. Dieses Hindernis wirkt sich aber nicht auf die Klageführung der uxor bzw des filius aus, weil sie suo nomine experiuntur.

 

6. Zusammenfassung

Werden iniuria-Handlungen an Angehörigen begangen, so entsteht neben dem Klagerecht aus der unmittelbaren iniuria (wobei dieses bei Gewaltunterworfenen zunächst vom Gewalthaber und erst bei dessen absentia vom Gewaltunterworfenen selbst ausgeübt wird) eine actio des mittelbar Betroffenen. Vermittlungskriterien dafür sind potestas und affectus43. Die actio aus der mittelbaren iniuria wird mit derjenigen aus der unmittelbaren kumuliert44; die aestimatio erfolgt jeweils eigenständig45. Nach Neraz spielt es keine Rolle, ob der Täter vom potestas- oder afectus-Verhältnis zu einer anderen Person Kenntnis hatte oder nicht46. Paulus dagegen verlangt für die Zurechnung der mittelbaren iniuria zumindest die Kenntnis des Status des unmittelbaren Opfers (als Gewaltunterworfener oder als uxor)47, während die Paulus-Sentenzen einen auf den mittelbar Betroffenen gerichteten Vorsatz des Täters voraussetzen48. Die actio aus mittelbarer iniuria kommt auch dann zum Tragen, wenn die actio aus der unmittelbaren - etwa wegen Einwilligung - entfällt: Eine Akzessorietät wird grundsätzlich abgelehnt49, nur von Ulpian im Interesse der Patronatsrechts zugelassen, indem die actio der (nicht der Patronatsgewalt unterstehenden) mittelbar betroffenen Person insoweit entfällt, als auch der libertus oder die liberta den Patron nicht klagen kann50.

 

 

1 Der Terminus mittelbare iniuria geht auf die Pandektistik zurück: F. Puchta, Pandekten7 (Leipzig 1853) 551; R. Maschke, Die Persönlichkeitsrechte des römischen Injuriensystems (Breslau 1903) 47ff.
2 D. 47.10.17.10 (Ulp. 57 ad ed.); dazu O. Lenel, Edictum Perpetuum3 (Leipzig 1927, Nachdruck Aalen 1974) 402f; G. Micolier, Pécule et capacitépatrimoniale (Lyon 1932) 635ff; S. Solazzi, Sulla capacitá patrimoniale del filius familias di stare in giudizio, in: Scritti di diritto romano I (Napoli 1955) 42ff; G. Lavaggi, Jniuria" e
obligatio ex delicto", in: SDHI 13/14 (1947/48) 188ff; M. Kaser, Über Verfügungsakte Gewaltunterworfener, in: SDHI 16 (1950) 70; G. Pugliese, Il processo civile romano II: Il processo formulare (Milano 1963) 286f; R. Wittmann, Die Entwicklungslinien der klassischen Injurienklage, in: ZSS 91 (1974) 339; J. Plescia, The Development of Iniuria, in: Labeo 23 (1977) 285; E. Polay, Iniuria Types in Roman Law (Budapest 1986) 154f; M. Hagemann, Iniuria. Von den XII-Tafeln bis zur Justinianischen Kodifikation (Köln-Weimar-Wien 1998) 60.         [ Links ]
3 Aus D. 3.3.8 pr (Ulp. 8 ad ed.) ergibt sich, dass dies sowohl für einenfiliusfamilias als auch für eine filiafamilias gilt.
4 D. 47.10.41 (Ner. 5 membr.); D. 3.3.39.4 (Ulp. 9 ad ed.).
5 D. 47.10.1.5 (Ulp. 56 ad. ed.).
6 D. 47.10.18.2 und 5 (Paul. 55 ad ed.); ähnlich D. 47.10.1.8 (Ulp. 56 ad ed.):
habere me meo nomine actionem".
7 Während Gaius noch schreibt, daß servo autem ipsi nulla iniuria intellegitur fieri (Gai. 3.222), spricht Ulpian davon, daß hanc enim et servum sentire palam est: D. 47.10.15.35 (Ulp. 57 ad ed.). Zur Frage der passiven iniuria-Fähigkeit von Sklaven J.H. van Meurs, Iniuria ipsi servo facta, in: TR 4 (1923) 278ff ; F. Raber, Grundlagen klassischer Injurienansprüche (Wien-Köln-Graz 1969) 83ff; R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 341ff; M. Hagemann, Iniuria 85ff.
8 D. 47.10.15.34 (Ulp. 77 [recte 57] ad ed.); Dazu O. Lenel, Edictum Perpetuum 401; F. Raber, Injurienansprüche 77ff; R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 339ff; M. Hagemann, Iniuria 81.
9 R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 339.
10 E. Albertario, Infanti proximus e pubertati proximus in: Studi di diritto romano I (Milano 1933) 83 FN 1 (85).
11 Vgl. Th. Mommsen, Römisches Strafrecht (Leipzig 1899, Nachdruck Graz 1955) 799 FN 4.
12 Zu dieser Stelle unten S. 454.
13 E. Höbenreich, Familie und Gesellschaft, in: E. Höbenreich-G. Rizzelli, Scylla. Fragmente einer juristischen Geschichte der Frauen im Antiken Rom (Wien-Köln-Weimar 2003) 18.
14 R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 305 hat klargestellt, dass aequum est nichts mit der bonum et aequum-Klausel der Formel zu tun hat.
15 E. Levy, Die Konkurrenz der Aktionen und Personen im klassischen Römischen Recht I (Berlin 1918, Nachdruck Aalen 1964) 508; G. Lavaggi, SDHI 13/14 (1947/48) 147; F. Raber, Injurienansprüche 168.
16 Wie aus D. 47.10.1.8 (Ulp. 56 ad ed.) hervorgeht, bezeichnet Neraz eine solche Klageführung als
meo nomine"
17 Vgl. E. Levy, Konkurrenz I 509; M. Hagemann, Iniuria 223.
18 So auch G. Lavaggi, SDHI 13/14 (1947/48) 142.
19 S. Solazzi, Scritti I 43; G. Micolier, Pécule e capacitépatrimoniale 645 FN 43; E. Albertario, Actiones e interdicta, in: Studi di diritto romano IV (Milano 1946) 130 FN 5 (133); G. Lavaggi, SDHI 13/14 (1947/48) 91f.
20 S. Solazzi, Scritti I 43:
dizione poco elegante".
21 D. 47.10.17.12 (Ulp. 57 ad ed.): Plane si praesens agere nolit, vel quia differt vel quia remittit atque donat iniuriam, magis est, ut filio actio non detur nam et cum abest, idcirco datur filio actio, quia verisimile est patrem, si praesens fuisset, acturum fuisse.
22 D. 47.10.15.46 (Ulp. 57 ad ed..); Coll. 2.5.1; U. Lübtow, Zum römischen Injurienrecht, in: Labeo 15 (1969) 165; R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 290. Die von F. Raber, Injurienansprüche 107ff. vertretene Auffassung, welche die Beachtlichkeit des subjektiven Elements stark reduziert sieht, hat keine Folge gefunden: R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 286ff; M. Hagemann, Iniuria 106ff. Vgl. auch M.J. Bravo Bosch, Sobre el dolo y la culpa en la iniuria, in: Anuario da Facultade da dereito da Univ. da Coruna 11(2007)81-94.
23 Oben S. 449.
24 Vgl. auch die Ausdrucksweise
ad dominum redundat" in der folgenden Stelle.
25 Gai. 3.222.
26 E. Levy, Konkurrenz I 507 FN 6; G. Lavaggi, SDHI 13/14 (1948/49) 143 FN 14; B. Albanese, APal 27 (1959) 28 FN 34; G. Longo, BIDR 61 (1958) 161f = Ricerche romanistiche (1966) 666f; BIDR 64 (1961) 207. F. Raber, Injurienansprüche 142 will zwar im Hinblick auf eine in D. 11.3.14.1 (Paul 19 ad ed.) erwähnte actio servi corrupti utilis an der Echtheit festhalten, doch dürfte, wie R. Wittmann, ZSS 91 (1974) 356 gezeigt hat, diese actio utilis auf die Kompilatoren zurückgehen und den Anlass zur Einfügung von [velfilium] in D. 47.10.26 gegeben haben.
27 Th. Mommsen, Römisches Strafrecht 799 FN 4.
28 E. Levy, Konkurrenz I 507; R. Raber, Injurienansprüche 169.
29 V. Scarano Ussani, Valori e storia nella cultura giuridica fra Nerva e Adriano (Napoli 1979) 44ff.
30 D. 22.6.2 (Ner. 5 membr.), vgl. zu dieser Stelle mit ihrer Gegenüberstellung von Rechts- und Tatsachenirrtum die grundlegenden Ausführungen des Jubilars: L. Winkel, Error iuris nocet Rechtsirrtum als Problem der Rechtsordnung I Rechtsirrtum in der griechischen Philosophie und im römischen Recht bis Justinian, (Zutphen 1985) 43-53; Parerga et paralipomena ad errorem iuris, in: Iurisprudentia universalis. Festschrift für Theo Mayr-Maly (Köln-Weimar-Wien 2002) 902; D. 41.10.5.1 (Ner. 5 membr.), dazu auch Winkel, Error iuris 97-98; D. 24.1.44; (Ner. 5 membr.); D. 47.2.84 pr (Ner. 1 resp.).
31 V. Scarano Ussani, Valori 47f.
32 F. Sitzia, Il conservatorismo di Nerazio, in: Labeo 29 (1983) 40f; F. Horak, rec. di V. Scaranno Ussani, Valori, in: Labeo 29 (1983) 183; Ch. Krampe, rec. di V. Scaranno Ussani, Valori, in: ZSS 102 (1985) 590.
33 F. Horak, rec. di V. Scaranno Ussani, Valori 183; vorsichtiger hingegen M. Hagemann, Iniuria 102f.
34 E. Levy, Konkurrenz I 507 FN 6; E. Albertario, StudiI 83 FN 1 (85).
35 M. Hagemann, Iniuria 103.
36 Vgl. auch F. Raber, Injurienansprüche 33.
37 D. 47.10.15.45 (Ulp. 77 [recte 57] ad ed.). Siehe oben S. 452.
38 Der Versuch von J.H. van Meurs, TR 4 (1923) 288ff, die Stelle durch eine Text-Emendation auf Sklaven zu beziehen, wird von M. Hagemann, Iniuria 85 zu recht als willkürlich abgelehnt.
39 Oben FN 26.
40 Vgl. D. 47.10.15.25 (Ulp. 57 ad ed.).
41 Vgl auch D. 2.4.10.12 (Ulp. 5 ad ed.); D. 37.15.2 pr (Iul. 14 dig); D. 47.10.7.2 (Ulp. 57 ad ed.). M. Kaser, Die Geschichte der Patronatsgewalt über Freigelassene, in: ZSS 58 (1938) 98ff; F. Raber, Grundlagen klassischer Injurienansprüche 92ff.
42 Zunächst wird zwar davon gesprochen, dass dem Ehemann die Klage libertae nomine zusteht; und erst im begründenden enim-Satz wird ausgeführt, dass eine Klageführung suo nomine vorliegt. Das ist kein Widerspruch: Der nomine-Terminus wird zunächst zur tatbeschreibenden Kennzeichnung der Mittelsperson (libertae nomine), dann aber zur Kennzeichnung der Rechtszuständigkeit und Aktivlegitimation (suo nomine) verwendet.
43 D. 47.10.1.3 (Ulp. 56 ad ed.).
44 D. 47.10.1.9 (Ulp. 56ad ed.); D.47.10.41(Ner 5 membr.).
45 D. 47.10.18.2 (Paul 55 ad ed.); D. 47.10.30.1 (Ulp. 42 ad Sab.).
46 D. 47.10.1.8 (Ulp. 56 ad ed.).
47 D. 47.10.18.4-5 (Paul 55 ad ed.).
48 PS. 5.4.3.
49 D. 47.10.1.5 (Ulp. 56 aded.).
50 D. 47.10.11.7-8 (Ulp. 57 ad ed.).

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